Home
http://www.faz.net/-gpf-6ys1m
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Europäische Schaltstelle EU plant Zentrum gegen Internet-Kriminalität

Die EU will ein Zentrum zum Kampf gegen schwere organisierte Kriminalität im Internet gründen. Es soll nach Innenkommissarin Malmström etwa gegen Straftaten beim Onlinebanking und der sexuellen Ausbeutung von Kindern vorgehen.

© AFP EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström

Die EU möchte ein Zentrum zur Bekämpfung von Cyberkriminalität gründen, um die kommerzielle Nutzung des Internets sicherer zu machen. Die EU-Kommission verabschiedete am Mittwoch ein Konzept für das Zentrum, das im Europäischen Polizeiamt (Europol) in Den Haag eingerichtet werden soll. Es soll die Mitgliedstaaten bei Ermittlungen gegen Computerkriminalität unterstützen und sie vor großen Bedrohungen warnen.

Nikolas Busse Folgen:

Innenkommissarin Malmström sagte, es solle nur gegen schwere organisierte Kriminalität im Internet vorgegangen werden, wie etwa Straftaten beim Onlinebanking, Identitätsdiebstahl in sozialen Netzwerken oder sexuelle Ausbeutung von Kindern über das Netz. Gegen Einzelpersonen, die illegal Dateien austauschten, werde nicht ermittelt. Der Einrichtung des Zentrums müssen die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament zustimmen, was aber als unproblematisch gilt, weil alle Beteiligten eine stärkere Bekämpfung der Cyberkriminalität wünschen.

Mehr zum Thema

Europol selbst könne diese Aufgaben wegen fehlender Ausstattung nicht erfüllen, sagte Frau Malmström. In dem Zentrum sollen anfangs 30, später bis zu 55 Fachleute arbeiten, die Kommissarin sprach von den „klügsten Köpfen Europas“. Sein Betrieb wird in der Anfangsphase 3,6 Millionen Euro im Jahr kosten, es soll Anfang Januar mit der Arbeit beginnen. Die Kommission begründete ihren Vorschlag damit, dass inzwischen fast drei Viertel aller Haushalte in der EU Zugang zum Internet haben und ein Drittel der EU-Bürger Bankgeschäfte online abwickeln. Sie zitierte eine Schätzung der Sicherheitsfirma Norton, nach der 2011 durch Cyberkriminalität ein Schaden zwischen 114 und 388 Milliarden Dollar entstanden sei.

Quelle: F.A.Z.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Zukunft des Sex Das Zerrbild der Pädophilie

Wegschließen und zwar für immer? Das ist keine Lösung, wenn es um Männer geht, die nicht Täter werden wollen. Mehr Von Tobias Rüther

30.08.2015, 09:00 Uhr | Wissen
Amsterdam Anders Urlaub machen mit Airbnb, Carsharing & Co

Die "Sharing Economy" erlebt seit einigen Jahren zunehmend einen Hype und wird auch auf der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin als einer der großen Trends im Tourismus gehandelt. Organisiert wird das Teilen über das Internet. Euromaxx-Reporter Hendrik Welling war einen Tag in Amsterdam unterwegs und hat die Stadt mit Hilfe von verschiedenen Sharing Angeboten erkundet. Mehr

05.03.2015, 13:13 Uhr | Reise
Freihandelsabkommen EU will Dokumente über TTIP-Verhandlungen veröffentlichen

Der Nebel der Verwirrung soll sich lichten. EU-Handelskommissarin Malmström will deshalb den Zugang zu vertraulichen Berichte aus der zehnten Verhandlungsrunde über TTIP erleichtern. Damit reagiert sie auf Kritik. Mehr

21.08.2015, 20:59 Uhr | Wirtschaft
Jugend organisiert sich Protest in Ungarn wächst

Eine Gruppe junger Ungarn hat die Demokratie neu entdeckt: sie organisiert Demonstrationen gegen Regierungschef Orbans antidemokratischen Kurs. Dem Motto Jetzt kommen wir schließen sich immer mehr Sympathisanten an. Mehr

21.03.2015, 10:58 Uhr | Politik
Neues Gesetz in Amerika Polizei in North Dakota darf bewaffnete Drohnen einsetzen

In North Dakota dürfen Polizisten mit bewaffneten Drohnen Straftaten bekämpfen. Ursprünglich sollte der Einsatz von Elektroschockpistolen und Tränengas verboten werden – bis Lobbyisten auf den Plan traten. Mehr

27.08.2015, 12:14 Uhr | Aktuell

Veröffentlicht: 28.03.2012, 13:38 Uhr

Osteuropa darf sich nicht verkriechen

Von Thomas Gutschker

Der Flüchtlingsstrom zieht in eine Richtung – in den Norden. Der Osten Europas hat bisher nur wenige Menschen aufgenommen. Es wird Zeit für mehr Solidarität und ein faires Quotensystem für Flüchtlinge in der EU. Mehr 7