Home
http://www.faz.net/-gq4-6ys1m
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Europäische Schaltstelle EU plant Zentrum gegen Internet-Kriminalität

Die EU will ein Zentrum zum Kampf gegen schwere organisierte Kriminalität im Internet gründen. Es soll nach Innenkommissarin Malmström etwa gegen Straftaten beim Onlinebanking und der sexuellen Ausbeutung von Kindern vorgehen.

© AFP Vergrößern EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström

Die EU möchte ein Zentrum zur Bekämpfung von Cyberkriminalität gründen, um die kommerzielle Nutzung des Internets sicherer zu machen. Die EU-Kommission verabschiedete am Mittwoch ein Konzept für das Zentrum, das im Europäischen Polizeiamt (Europol) in Den Haag eingerichtet werden soll. Es soll die Mitgliedstaaten bei Ermittlungen gegen Computerkriminalität unterstützen und sie vor großen Bedrohungen warnen.

Innenkommissarin Malmström sagte, es solle nur gegen schwere organisierte Kriminalität im Internet vorgegangen werden, wie etwa Straftaten beim Onlinebanking, Identitätsdiebstahl in sozialen Netzwerken oder sexuelle Ausbeutung von Kindern über das Netz. Gegen Einzelpersonen, die illegal Dateien austauschten, werde nicht ermittelt. Der Einrichtung des Zentrums müssen die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament zustimmen, was aber als unproblematisch gilt, weil alle Beteiligten eine stärkere Bekämpfung der Cyberkriminalität wünschen.

Mehr zum Thema

Europol selbst könne diese Aufgaben wegen fehlender Ausstattung nicht erfüllen, sagte Frau Malmström. In dem Zentrum sollen anfangs 30, später bis zu 55 Fachleute arbeiten, die Kommissarin sprach von den „klügsten Köpfen Europas“. Sein Betrieb wird in der Anfangsphase 3,6 Millionen Euro im Jahr kosten, es soll Anfang Januar mit der Arbeit beginnen. Die Kommission begründete ihren Vorschlag damit, dass inzwischen fast drei Viertel aller Haushalte in der EU Zugang zum Internet haben und ein Drittel der EU-Bürger Bankgeschäfte online abwickeln. Sie zitierte eine Schätzung der Sicherheitsfirma Norton, nach der 2011 durch Cyberkriminalität ein Schaden zwischen 114 und 388 Milliarden Dollar entstanden sei.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Personalstreit EU-Gipfel scheitert bei Besetzung von Top-Posten

Die Staats- und Regierungschefs der EU haben sich noch nicht auf einen neuen Ratspräsidenten und Außenbeauftragten geeinigt. Italiens Ministerpräsident Renzi sagte, das Treffen sei schlecht vorbereitet gewesen – vom amtierenden Ratspräsidenten. Mehr

17.07.2014, 03:54 Uhr | Politik
Gastbeitrag Im rechtsfreien Raum

Die Blockade einer erlaubten Versammlung ist strafbar. Doch wird diese Straftat nicht verfolgt. Im Gegenteil: Die Politik ruft oft dazu auf. Mehr

24.07.2014, 12:22 Uhr | Politik
Amerikas Überwachungssystem Ich bin stolz auf die German Angst

Nach den bekannt gewordenen Spionageaktionen muss Deutschland gegenüber Amerika stärker Flagge zeigen. Geheimdienstsolidarität kann nicht wichtiger sein als unser Rechtsempfinden. Ein Gastbeitrag. Mehr

14.07.2014, 17:32 Uhr | Feuilleton

In der Existenzkrise

Von Reinhard Veser

Auch ohne den Krieg im Osten wäre die Ukraine in einer Existenzkrise. Denn schon vor 10 Jahren wurden die demokratischen Kräfte Opfer ihrer eigenen Verstrickungen. Diese Woche wird zeigen, ob sie dieses Mal dazugelernt haben. Mehr 3 7