http://www.faz.net/-gpf-6ys1m
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 28.03.2012, 13:38 Uhr

Europäische Schaltstelle EU plant Zentrum gegen Internet-Kriminalität

Die EU will ein Zentrum zum Kampf gegen schwere organisierte Kriminalität im Internet gründen. Es soll nach Innenkommissarin Malmström etwa gegen Straftaten beim Onlinebanking und der sexuellen Ausbeutung von Kindern vorgehen.

von , Brüssel
© AFP EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström

Die EU möchte ein Zentrum zur Bekämpfung von Cyberkriminalität gründen, um die kommerzielle Nutzung des Internets sicherer zu machen. Die EU-Kommission verabschiedete am Mittwoch ein Konzept für das Zentrum, das im Europäischen Polizeiamt (Europol) in Den Haag eingerichtet werden soll. Es soll die Mitgliedstaaten bei Ermittlungen gegen Computerkriminalität unterstützen und sie vor großen Bedrohungen warnen.

Nikolas Busse Folgen:

Innenkommissarin Malmström sagte, es solle nur gegen schwere organisierte Kriminalität im Internet vorgegangen werden, wie etwa Straftaten beim Onlinebanking, Identitätsdiebstahl in sozialen Netzwerken oder sexuelle Ausbeutung von Kindern über das Netz. Gegen Einzelpersonen, die illegal Dateien austauschten, werde nicht ermittelt. Der Einrichtung des Zentrums müssen die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament zustimmen, was aber als unproblematisch gilt, weil alle Beteiligten eine stärkere Bekämpfung der Cyberkriminalität wünschen.

Mehr zum Thema

Europol selbst könne diese Aufgaben wegen fehlender Ausstattung nicht erfüllen, sagte Frau Malmström. In dem Zentrum sollen anfangs 30, später bis zu 55 Fachleute arbeiten, die Kommissarin sprach von den „klügsten Köpfen Europas“. Sein Betrieb wird in der Anfangsphase 3,6 Millionen Euro im Jahr kosten, es soll Anfang Januar mit der Arbeit beginnen. Die Kommission begründete ihren Vorschlag damit, dass inzwischen fast drei Viertel aller Haushalte in der EU Zugang zum Internet haben und ein Drittel der EU-Bürger Bankgeschäfte online abwickeln. Sie zitierte eine Schätzung der Sicherheitsfirma Norton, nach der 2011 durch Cyberkriminalität ein Schaden zwischen 114 und 388 Milliarden Dollar entstanden sei.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Handelspolitik Welthandelsorganisation soll EU im Streit mit China helfen

Im aktuellen Fall geht es unter anderem um Exportzölle für Materialien wie Graphit. Diese verstoßen aus Brüsseler Sicht gegen internationale Handelsregeln. Mehr

19.07.2016, 14:45 Uhr | Wirtschaft
Berlin Bundesweite Durchsuchungen wegen rechter Hass-Postings im Internet

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat sich am Mittwoch in Berlin zum ersten bundesweiten Einsatztag zur Bekämpfung von Hasskriminalität im Internet geäußert. Laut Bundesinnenminister wurden am Mittwochmorgen in 14 Bundesländern die Wohnräume von etwa 60 Beschuldigten von Polizeibeamten durchsucht. Mehr

13.07.2016, 16:37 Uhr | Politik
Bundeskriminalamt Erste bundesweite Razzia gegen Hasspostings im Netz

Weil der Hass im Netz immer mehr zunimmt, will das Bundeskriminalamt ein Zeichen setzen: Bundesweit sind am Morgen 60 Wohnungen durchsucht worden. Ein Schwerpunkt liegt in Bayern – dort wiegen die Vorwürfe besonders schwer. Mehr

13.07.2016, 10:33 Uhr | Politik
Merkel Die EU muss weniger bürokratisch werden

Nach dem Brexit-Votum der Briten müssten sich die übrigen 27 Mitgliedstaaten nun fragen, wie soll Europa aussehen soll. Mehr

12.07.2016, 14:28 Uhr | Politik
Christopher Street Day Anders, aber nur noch ein bisschen

Straftaten gegen Schwule und Lesben gibt es kaum in Frankfurt. Trotzdem lässt die Polizei beim CSD erhöhte Vorsicht walten – und auch die Veranstalter haben ein eigenes Sicherheitskonzept. Mehr Von Peter-Philipp Schmitt, Frankfurt

15.07.2016, 10:36 Uhr | Rhein-Main