Home
http://www.faz.net/-gpf-741sx
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Euro-Schuldenkrise Merkel lobt große Reformfortschritte Irlands

Bundeskanzlerin Merkel hat dem irischen Ministerpräsidenten Enda Kenny Hilfe dabei zugesichert, schnell wieder Zugang zu den Finanzmärkten zu erhalten. Das Land sei ein herausragendes Beispiel dafür, wie Europa aus der Krise kommen könne.

© AFP Vergrößern Verstehen sich gut: Irlands Ministerpräsident Enda Kenny und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat Irland große Fortschritte bei den Reformen im Kampf gegen hohe Verschuldung und für mehr Wettbewerbsfähigkeit bescheinigt. Irland sei eines der herausragenden Beispiele dafür, dass Europa stärker aus der Euro-Krise herauskommen könne, als es hineingegangen sei, sagte Merkel am Donnerstag nach einem Treffen mit dem irischen Ministerpräsidenten Enda Kenny in Berlin. Die Bürger müssten für diesen Kurs erhebliche Opfer bringen. „Danke, dass Irland diesen Weg beschreitet, weil er uns alle stärker macht“, so die Kanzlerin.

Zugleich betonte sie den Willen Deutschlands und Irlands, in den Verhandlungen über einen gemeinsamen Finanzrahmen für die Europäische Union gemeinsam vorzugehen. Beide Länder hätten den Willen, hier sehr früh ein Zeichen zu setzen, damit der Einsatz der Mittel planbar sei. Irland übernimmt zum Jahreswechsel auch die Ratspräsidentschaft innerhalb der Europäischen Union.

Irland war eines der ersten Opfer der europäischen Schuldenkrise und stand kurz vor der Staatspleite. Als erstes Land beantragte es im November 2010 Milliardenhilfen bei der EU für das fast zusammengebrochene Bankensystem und erhielt ein Hilfspaket in Höhe von 85 Milliarden Euro aus dem Rettungsschirm. 35 Milliarden Euro sollten die irischen Banken vor dem Kollaps retten, 50 Milliarden Euro die Sozial- und Bildungskosten decken.

Im Gegenzug verpflichtete sich Dublin, die Banken umzubauen und zu verkleinern, den Arbeitsmarkt zu reformieren und die Steuern zu erhöhen. Gegen eine Erhöhung der mit 12,5 Prozent sehr niedrigen Unternehmenssteuer wehrte sich Irland allerdings mit Erfolg. Bis 2014 soll der Staatshaushalt um 15 Milliarden Euro entlastet werden. Im öffentlichen Dienst fallen 25 000 Arbeitsplätze weg, Pensionen werden gekürzt. Die Mehrwertsteuer steigt stufenweise von 21 auf 23 Prozent. Studiengebühren in Höhe von 2000 Euro pro Jahr werden eingeführt.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Griechenland Scharfe Warnungen an Tsipras vor Russland-Reise

EU-Parlamentspräsident Martin Schulz warnt den griechischen Regierungschef vor dessen Russland-Reise davor, Europa zu spalten. Auch aus der CDU kommt scharfe Kritik. Die Linke verteidigt dagegen den Besuch in Moskau. Mehr

04.04.2015, 06:16 Uhr | Politik
Ukraine-Krise Merkel bremst bei Aufhebung der Russland-Sanktionen

Bundeskanzlerin Angela Merkel bremst in der Debatte um eine Aufhebung der EU-Sanktionen gegen Russland. Nach einem Treffen mit dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arsenij Jazenjuk sprach sich Merkel gegen entsprechende Vorschläge aus. Mehr

09.01.2015, 17:19 Uhr | Politik
Wolfgang Schäuble Politik ist die Lehre vom Möglichen

Beschäftigt man sich mit Bismarcks Politik in seiner Zeit, dann wird man weiser für den Umgang mit unseren heutigen Problemen. Diese Chance sollte man sich nicht entgehen lassen. Ein Gastbeitrag von Wolfgang Schäuble. Mehr

07.04.2015, 20:51 Uhr | Politik
Schuldenkrise Was die Deutschen über die Griechenland-Krise denken

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt heute den griechischen Regierungschef Alexis Tsipras zu seinem Antrittsbesuch in Berlin. Bei den Beratungen dürfte der Streit um eine Lösung der griechischen Schuldenkrise im Mittelpunkt stehen. Was denken die Deutschen eigentlich über die Krise in Griechenland? Mehr

23.03.2015, 13:53 Uhr | Aktuell
Tsipras in Moskau Keine russische Lösung für Europas Problemfall

Erleichtert nimmt man in Berlin und Brüssel den Verlauf von Tsipras’ Moskau-Reise zur Kenntnis: Trotz aller Rhetorik stellt Russland keine wirtschaftliche Alternative für Griechenland dar. Mehr Von Majid Sattar und Michael Stabenow, Berlin/Brüssel

09.04.2015, 18:27 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.11.2012, 15:34 Uhr

Ökumenischer Abschied

Von Daniel Deckers

Nichts kann der verstörenden Vernichtungstat auch nur irgendetwas von ihrem Unheil nehmen. Doch beim Ökumenischen Trauergottesdienst und dem Staatsakt für die Opfer des Germanwings-Absturzes konnte sich jeder angenommen und geborgen fühlen. Mehr 12 19