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Eufor Eine lange Mission

04.02.2008 ·  Die geplante Eufor-Truppe für Darfur steht unter keinem guten Stern. Eine zeitlich befristete Mission wie im Kongo hat keinen Sinn und was auch immer die Eufor tut: Sie droht, zwischen die Fronten zu geraten.

Von Günther Nonnenmacher
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Die EU-Friedenstruppe Eufor, die an der Grenze von Tschad und Sudan stationiert werden soll, um Flüchtlinge aus der Provinz Darfur zu schützen, steht unter einem unglücklichen Stern. Von Beginn an ist sie trotz einer UN-Resolution dem Verdacht ausgesetzt gewesen, Paris suche nur ein europäisches Mäntelchen, um eigene Interessen in Tschad zu verbergen. Dazu gehört auch die Stützung des Diktators Idriss Déby, der in Frankreich militärisch ausgebildet wurde.

Es gab ein unsägliches Hin und Her über die Rolle einer afrikanischen Friedenstruppe in Darfur. Und bei dem geplanten Einsatz in Tschad machten sich die europäischen Truppensteller rar - Deutschland hat von Anfang an keinen Zweifel daran gelassen, dass es keine Soldaten entsenden würde. Das führt dazu, dass die aufgrund eines bilateralen Abkommens in Tschad stationierten 1250 französischen Soldaten faktisch das Rückgrat der Eufor wären. Jetzt kommt hinzu, dass Rebellen vor der Entsendung der europäischen Soldaten bis auf die Hauptstadt N'Djamena vorgerückt sind, was die militärische Lage vollkommen unübersichtlich macht.

Zwischen den Fronten

Das Problem ist, dass die Eufor zwar eine noble humanitäre Aufgabe übernehmen soll, damit aber auch unweigerlich zur Partei im innenpolitischen Machtkampf Tschads wird. Denn die Rückzugsgebiete der Rebellen gegen das herrschende Regime liegen zum großen Teil jenseits der Grenze zu Sudan. Wer diese überwacht, stabilisiert also damit, ob er will oder nicht, den Präsidenten Idriss Déby.

Auf welcher Seite in diesem inneren Konflikt - der von afrikanischen Nachbarstaaten ausgebeutet und angeheizt wird - die größeren Schurken stehen, ist, wie so oft in afrikanischen Krisen, nicht einfach auszumachen. Selbst die französischen Truppen in Tschad haben diesmal nicht aktiv auf der Seite Débys eingegriffen. Sicher ist in dieser Situation nur, dass die Eufor-Soldaten, einmal entsandt, riskieren, zwischen die Fronten zu geraten.

Die Lage der Menschen im Darfur-Gebiet ist schrecklich; mehrfach ist schon das Wort Völkermord gefallen, um ihr grauenhaftes Schicksal zu beschreiben. Doch den Skandal beim Namen zu nennen heißt noch nicht, einen Weg zu kennen, der ihn beenden könnte. Nur eines ist sicher: Eine zeitlich eng befristete Aktion wie in Kongo hat keinen Sinn. Sollte Eufor entsandt werden, muss sich die EU auf eine lange Mission einstellen.

Quelle: F.A.Z., 05.02.2008, Nr. 30 / Seite 1
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