Home
http://www.faz.net/-gq4-775z9
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

EU Merkel will intensivere Beitrittsgespräche mit der Türkei

Bundeskanzlerin Merkel will in den EU-Beitrittsgesprächen mit der Türkei ein neues Verhandlungskapitel eröffnen. Sie kündigte Gespräche darüber bei ihrem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan an.

© dpa Vergrößern

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für intensiveren Austausch in den EU-Beitrittgesprächen mit der Türkei ausgesprochen. „Sie sind in letzter Zeit etwas ins Stocken geraten. Und ich bin dafür, dass wir jetzt ein neues Kapitel in diesen Verhandlungen eröffnen, damit wir auch ein Stück vorankommen“, sagte die Kanzlerin in einem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast.

Sie selbst sei zwar skeptisch, was einen EU-Beitritt der Türkei angehe, sie befürworte aber die Fortführung der Gespräche. „Wir führen diese Verhandlungen ergebnisoffen“, sagte Frau Merkel. Sie reist am Sonntag zu einem zweitägigen Besuch in die Türkei. Auch die Lage in Syrien werde dabei Thema sei, sagte sie.

In die Beitrittsverhandlungen mit der EU ist zuletzt wieder Bewegung gekommen, weil Frankreich seinen Widerstand gegen die Eröffnung des Kapitels zur Regionalpolitik aufgegeben hat. Vor allem die EU-Staaten Zypern und Frankreich blockierten bisher die Aufnahme von Gesprächen auf etlichen der 35 Themenfeldern.

13 der 35 Verhandlungskapitel wurden bisher eröffnet, aber nur das Kapital Wissenschaft und Forschung abgeschlossen. In Regierungskreisen heißt es, möglicherweise könnten Verhandlungen über das Kapitel zur Regionalpolitik sowie zur Wirtschafts- und Währungspolitik aufgenommen werden.

De Maizière besucht deutsche Soldaten in der Türkei

Gut sechs Wochen nach Beginn des Bundeswehreinsatzes in der Türkei besuchte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) unterdessen erstmals die deutschen Raketenabwehrstaffeln. Begleitet wurde er am Samstag in Kahramanmaras von dem türkischen Verteidigungsminister Ismet Yilmaz und der niederländischen Verteidigungsministerin Jeanine Hennis-Plasschaert. An dem Nato-Einsatz zum Schutz der Türkei vor Angriffen aus Syrien nehmen rund 300 Bundeswehrsoldaten teil. Die Vereinigten Staaten, die Niederlande und Deutschland stellen jeweils zwei „Patriot“-Staffeln, die an unterschiedlichen Orten stationiert sind. Die deutsche Stellung liegt rund 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa/Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ankara und die Kurden Sie schlachten Menschen ab, und die Türkei sieht zu

Türkische Kurden wollen ihre syrischen Brüder beim Kampf gegen den IS unterstützen - doch die Türkei hindert sie gewaltsam an der Ausreise. Die Situation im Nachbarland setzt Ankara auch innenpolitisch immer mehr unter Druck. Mehr

23.09.2014, 12:04 Uhr | Politik
Französischer Ministerpräsident Valls bei Merkel zu Besuch

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den französischen Ministerpräsidenten Manuel Valls mit Militärischen Ehren in Berlin empfangen. In der anschließenden Pressekonferenz lobte Merkel die französische Regierung für ihre Reformen. Mehr

22.09.2014, 16:42 Uhr | Politik
Widerstand gegen IS-Terrormiliz Kurdische Kampfansagen

Der Konflikt zwischen dem Islamischen Staat und den Kurden in Nordsyrien bedroht die Friedensgespräche Ankaras mit der PKK. In einer Mitteilung kündigt die verbotene kurdische Arbeiterpartei an, dass der Kampf gegen die türkische Regierung verschärft werden soll. Mehr Von Michael Martens, Istanbul

22.09.2014, 22:42 Uhr | Politik
Bürgerkrieg und IS-Gräuel: Syrer auf der Flucht

Vor dem Vormarsch der Dschihadistengruppe Islamischer Staat in Nordsyrien sind laut türkischer Regierung in den vergangenen Tagen mehr als 130.000 Kurden in die Türkei geflohen. Der Bürgerkrieg in Syrien hat bereits mehr als drei Millionen Menschen aus Syrien ins Ausland getrieben. Eine Videografik erläutert die Flüchtlingsbewegungen. Mehr

22.09.2014, 16:44 Uhr | Politik
Flüchtlinge in der Türkei Falsches Spiel

150.000 Kurden seien zuletzt aus Syrien in die Türkei geflohen, behauptet das UN-Flüchtlingshilfswerk. Die Zahlen stammen aus Ankara, doch sie sind viel zu hoch. Das zeigt ein Besuch im türkisch-syrischen Grenzgebiet. Dennoch beharrt der UNHCR auf den hohen Zahlen. Warum? Mehr Von Michael Martens, Suruc

28.09.2014, 16:17 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 23.02.2013, 10:41 Uhr

Peking hat Angst

Von Petra Kolonko, Hongkong

Aller Zensur zum Trotz verbreitet sich die Kunde von der Demokratiebewegung in Hongkong auch im chinesischen Binnenland. Doch Peking hat größere Sorgen als ein Übergreifen der Proteste – und Präsident Xi Jinping größere Pläne. Mehr 9 9