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EU-Flüchtlingspolitik : Offene Tore?

Hinter Gittern: Eine junge Somalierin im Einwanderungszentrum nahe Valetta Bild: REUTERS

Papst Franziskus fordert auf Lampedusa Solidarität mit den Flüchtlingen, das katholische EU-Land Malta will somalische Bootsflüchtlinge abschieben. Diese Abfolge ist Zufall, aber sie zeigt das Dilemma der EU beim Umgang mit den Flüchtlingsströmen.

          Am Montag hat Papst Franziskus auf Lampedusa Solidarität mit den Flüchtlingen gefordert, die über das Mittelmeer nach Europa kommen. Tags darauf will der Ministerpräsident des katholischen EU-Landes Malta somalische Bootsflüchtlinge umgehend nach Libyen abschieben lassen.

          Diese Abfolge ist Zufall, aber sie zeigt mit aller Brutalität das Dilemma, in dem sich die EU beim Umgang mit den Flüchtlingsströmen befindet. Der Papst hat recht mit allem, was er auf Lampedusa gesagt hat.

          Und die EU als Gemeinschaft, die auf Werten gründet, die sich von den unveräußerlichen Rechten des einzelnen Menschen ableiten, kann ohne Verrat an sich selbst nicht anders handeln, als die Bootsflüchtlinge aufzunehmen und sicherzustellen, dass diese nirgendwohin zurück müssen, wo ihnen Gefahren für Leib und Leben drohen.

          Aber gleichzeitig müssen die europäischen Staaten darauf achten, dass sie selbst nicht überfordert werden. Das Elend in Afrika und Teilen Asiens ist so groß, dass die Gefahr untragbarer sozialer Belastungen und Konflikte bestünde, würde die EU alle Tore bedingungslos öffnen.

          Quelle: F.A.Z.

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