http://www.faz.net/-gpf-7b5lg

EU-Flüchtlingspolitik : Offene Tore?

Hinter Gittern: Eine junge Somalierin im Einwanderungszentrum nahe Valetta Bild: REUTERS

Papst Franziskus fordert auf Lampedusa Solidarität mit den Flüchtlingen, das katholische EU-Land Malta will somalische Bootsflüchtlinge abschieben. Diese Abfolge ist Zufall, aber sie zeigt das Dilemma der EU beim Umgang mit den Flüchtlingsströmen.

          Am Montag hat Papst Franziskus auf Lampedusa Solidarität mit den Flüchtlingen gefordert, die über das Mittelmeer nach Europa kommen. Tags darauf will der Ministerpräsident des katholischen EU-Landes Malta somalische Bootsflüchtlinge umgehend nach Libyen abschieben lassen.

          Diese Abfolge ist Zufall, aber sie zeigt mit aller Brutalität das Dilemma, in dem sich die EU beim Umgang mit den Flüchtlingsströmen befindet. Der Papst hat recht mit allem, was er auf Lampedusa gesagt hat.

          Und die EU als Gemeinschaft, die auf Werten gründet, die sich von den unveräußerlichen Rechten des einzelnen Menschen ableiten, kann ohne Verrat an sich selbst nicht anders handeln, als die Bootsflüchtlinge aufzunehmen und sicherzustellen, dass diese nirgendwohin zurück müssen, wo ihnen Gefahren für Leib und Leben drohen.

          Aber gleichzeitig müssen die europäischen Staaten darauf achten, dass sie selbst nicht überfordert werden. Das Elend in Afrika und Teilen Asiens ist so groß, dass die Gefahr untragbarer sozialer Belastungen und Konflikte bestünde, würde die EU alle Tore bedingungslos öffnen.

          Quelle: F.A.Z.

          Topmeldungen

          Kann London doch nicht ganz ohne die EU? Theresa May äußerte sich am Freitag zumindest etwas versöhnlicher.

          Nach Brexit-Grundsatzrede : May macht einen Schritt in Richtung EU

          Mit ihrer Forderung nach einer zweijährigen Übergangsphase will die britische Premierministerin die Blockade in den Brexit-Verhandlungen lösen. In ihrem Land dürften das einige als Zumutung empfinden. Ein Kommentar.
          Vertreter des Rocks: Özdemir, Kretschmann und Göring-Eckardt. Doch auch die „Hemd-Wähler“ sollen erreicht werden.

          Wahlkampf der Grünen : Sag mir, wo die Blumen sind

          Die Grünen wollen unbedingt regieren. Besonders im Südwesten sind die Erwartungen hoch. Doch Winfried Kretschmann, einer ihrer prominentesten Wahlkämpfer, ist kaum zu sehen. Weshalb?

          Von wegen öde : Warum die Wahl doch spannend ist

          Diese Bundestagswahl ist an Langeweile kaum zu überbieten, sagen manche. Aber das ist ein Irrtum: Sie geht am Wahlabend erst richtig los. Und zwar aus vier Gründen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.