Home
http://www.faz.net/-gpf-748k7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

EU-Beiträge Frankreich und Italien wollen britischen EU-Rabatt kappen

Neuer Streit ums EU-Budget. Frankreich und Italien wollen an die Beitragsrabatte für einzelne Länder ran. Vor allem die britischen Abschläge sind ihnen ein Dorn im Auge.

© AFP Vergrößern Frankreichs Minister für Europaangelegenheiten: Bernard Cazeneuve

Die Verhandlungen um ein neues Budget für die Europäische Union werden zusätzlich belastet. Frankreich und Italien wollen den milliardenschweren Rabatt für britische EU-Beiträge kappen. Darauf einigten sich beide Länder am Donnerstag in Rom. Die Verringerung der Beiträge, von der in kleinerem Umfang auch andere EU-Länder profitieren, soll nach Vorstellung von Frankreich und Italien abgeschafft werden.

„Wir wollen ein gerechtes, transparentes, faires System für die Mittel an die EU“, sagte der französische Minister für Europaangelegenheiten, Bernard Cazeneuve, nach einem Treffen mit seinem italienischen Amtskollegen Enzo Moavero Milanesi. Rabatte würden zu einem solchen System nicht passen.

Milanesi forderte ein einheitliches System zum Ausgleich großer Unterschiede zwischen Geber- und Nehmerländern in der EU. Neben Großbritannien profitierten Deutschland, Schweden, Österreich und die Niederlande von länderspezifischen Rabatten. Italien und Frankreich dagegen nicht.

Die Briten hatten zuletzt mit einem Veto gegen den neuen Haushalt gedroht. Das Budget soll beim EU-Gipfel am 22. und 23. November in Brüssel beschlossen werden.

Großbritannien bekommt seit 1984 einen Rabatt, weil es wenig von der EU-Agrarpolitik profitiert. 2011 betrug die Ermäßigung 3,6 Milliarden Euro. Der größte Beitragszahler Deutschland muss etwa 1,5 Milliarden weniger zahlen. Die Niederlande bekommen einen Rabatt von etwa einer Milliarde Euro, Schweden rund 350 Millionen Euro. Auch Österreich erhält einen Nachlass.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ukraine-Konflikt Russlands neokoloniales Projekt

Das russische Projekt, die Ukraine und die Europäische Union im Namen einer anderen Weltordnung zu zerstören, sollte weder schockieren noch verwirren. Immerhin beruht es auf einem zutreffenden Geschichtsverständnis. Ein Gastbeitrag. Mehr Von Timothy Snyder

16.03.2015, 15:15 Uhr | Politik
Teure Franken Gastwirte vergeben großzügige Rabatte in Skigebieten

Die Schweizer Tourismuszentren kämpfen mit dem starken Franken. In vielen Skiorten haben die Gäste aus Deutschland oder den Niederlanden schon ihre Buchungen storniert. Einige Hoteliers oder Bergbahnbetreiber räumen deshalb großzügige Rabatte ein. Mehr

26.02.2015, 17:42 Uhr | Wirtschaft
Crews wollen nicht fliegen Germanwings setzt elf Fremdjets ein

Am Tag nach dem schwersten Flugzeugunglück ihrer Geschichte hält die Fluggesellschaft Germanwings nur mit Mühe ihren Flugplan aufrecht. Die Lufthansa übernimmt einige Flüge ihrer Tochtergesellschaft. Mehr

25.03.2015, 08:14 Uhr | Gesellschaft
Großbritannien Vogelgrippe breitet sich weiter in Europa aus

Nach Deutschland und den Niederlanden ist jetzt auch Großbritannien von einer neuen Vogelgrippeinfektion betroffen. Auf einer Entenfarm in Nordengland ist eine Variante des Virus festgestellt worden. Mehr

18.11.2014, 14:11 Uhr | Wirtschaft
Entwicklungsbank in Schanghai Amerika verliert Machtkampf mit China

Vergeblich haben die Vereinigten Staaten versucht, eine chinesische Konkurrenz zur Weltbank zu verhindern. Pekings neuer Entwicklungsbank für Asien treten nach Großbritannien nun auch Deutschland, Frankreich und Italien bei. Mehr Von Hendrik Ankenbrand, Schanghai

17.03.2015, 07:22 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 08.11.2012, 20:36 Uhr

Deutsche Gründlichkeit

Von Berthold Kohler

Eine Kommission hat nach einjähriger Prüfung festgestellt, dass das seit zwanzig Jahren eingesetzte Sturmgewehr der Bundeswehr nicht immer treffsicher ist. An der Front in Afghanistan wusste man das schon lange. Mehr 16 23