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Donnerstag, 20. Juni 2013
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Deutsch-französische Freundschaft „Wir bilden das Herz Europas“

 ·  In einem Festakt zur Erinnerung an die Rede von Charles de Gaulle an die deutsche Jugend vor 50 Jahren haben Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande für ein weiteres Zusammenwachsen Europas geworben. Deutschland und Frankreich tragen eine besondere Verantwortung, sagte die Kanzlerin in Ludwigsburg.

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© dapd Deutsch-französische Freundschaft: Kanzlerin Merkel mit Frankreichs Präsident François Hollande in Ludwigsburg

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident François Hollande haben am Samstag in Ludwigsburg der deutsch-französischen Aussöhnung vor einem halben Jahrhundert gedacht. Frau Merkel und Hollande sprachen sich im Rahmen des Festaktes für eine verstärkte Zusammenarbeit beider Länder aus. Dies sei essenziell, um die Krise in Europa zu überwinden, sagten sie in der Feierstunde zum 50. Jahrestag der Rede des damaligen französischen Präsidenten Charles de Gaulles an die deutsche Jugend. Beide Länder hätten eine besondere Verantwortung in der Krise.

Kanzlerin Merkel betonte die Bedeutung der bilateralen Freundschaft. „Wir arbeiten an der nachhaltigen Gesundung Europas. Deutschland und Frankreich haben dafür eine ganz besondere Verantwortung“, sagte sie. „Aber es braucht den politischen Willen dazu.“ Dies sei auch die Aufgabe für die Jugend. Merkel endete mit dem französischen Satz: „Vive la jeunesse franco-allemande, vive la jeunesse européenne.“ Hollande sagte auf Deutsch: „Es lebe die deutsch-französische Freundschaft.“

„Wir haben keine andere Wahl als voran zu marschieren“, sagte Hollande. „Deutschland und Frankreich haben eine außerordentliche Verantwortung. Wir bilden das Herz Europas“, sagte Frankreichs sozialistischer Präsident. Im Wahlkampf hatte er noch exklusive bilaterale Abstimmungen in EU-Fragen kritisiert. In Ludwigsburg sagte er, dass man sicher nicht für die EU-Partner entscheide. „Aber wir müssen sie mitnehmen“, sagte Hollande. Es sei dringend nötig, die Voraussetzungen für Wachstum zu schaffen, die Euro-Zone zu stärken, die Finanzwelt besser zu kontrollieren und die wirtschaftspolitische Koordinierung zu stärken. „Statt die Flamme der Freundschaft nur am Brennen zu halten, ist es unsere Pflicht, sie jeden Tag neu zu entzünden“, sagte Hollande. Es gelte, sowohl eine Banken- und Wirtschaftsunion wie auch eine soziale und politische Union zu schaffen.

„Brauchen mehr Europa“

Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) warb in Ludwigsburg um mehr Vertrauen für Europa. „Europa befindet sich in einer schwierigen Situation. Aber es ist meine feste Überzeugung: Wir brauchen zur Überwindung dieser schwierigen Lage nicht weniger, sondern mehr Europa“, sagte der Grünen-Politiker. Es brauche Solidarität, aber auch Solidität auf dem Weg zu einem wieder erstarkenden Europa. Ziel müsse ein Europa sein, das das Vertrauen nicht nur der Kapitalmärkte, sondern auch und vor allem der Bürgerinnen und Bürger zurückgewinne.

Im Ehrenhof des Ludwigsburger Schlosses hatte der damalige französische Präsident Charles de Gaulle 1962 seine historische Rede an die deutsche Jugend gehalten, die als ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag gilt. Unterzeichnet wurde der Elysée-Vertrag wenige Monate später, am 22. Januar 1963 in Paris. Deutschland und Frankreich feiern mit einer Reihe von Veranstaltungen bis kommenden Sommer ihre Aussöhnung nach mehreren blutigen Kriegen. Höhepunkt der Feierlichkeiten wird ein Festakt am 22. Januar kommenden Jahres in Berlin sein.

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