20.02.2007 · Die EU will nach Angaben von Bundesjustizministerin Zypries (SPD) einheitliche Richtlinien für sogenannte „Killerspiele“ und Gewaltvideos erarbeiten. Ein generelles Produktionsverbot soll es nach dem Willen der EU-Kommission nicht geben.
Für sogenannte „Killerspiele“ und Gewaltvideos sollen erstmals europaweite Richtlinien erarbeitet werden. Ziel sei es, einen EU-einheitlichen Standard zu schaffen, sagte Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) am Dienstag in Berlin. Dafür solle ein Katalog entwickelt werden, der sich an deutschem Recht orientiere.
Der Vize-Präsident der EU-Kommission, Franco Frattini, verwies darauf, dass in vielen EU-Staaten die Kontrolle über den Verkauf von Gewaltvideos und Killerspielen an Minderjährige freiwillig sei. Es gebe dort keine gesetzlichen Richtlinien, wonach die Verkäufer verpflichtet seien, das Alter zu kontrollieren. Frattini sagte, dass er ein Produktionsverbot für diese Spiele aber ablehne. Es sei schwer, einheitlich für alle EU-Staaten zu definieren, was Gewalt in einem Spiel und was gewaltverherrlichend sei, argumentierte er. Vielmehr müssten Produzenten und Erfinder dieser Spiele an der Diskussion beteiligt werden.
Zypries wandte sich gegen den bayerischen Vorstoß, der ein Verbot vorsieht, wenn in einem Computerspiel das Töten belohnt wird. Es sei schwer, gesetzlich zu definieren, ab wann eine Belohnung vorliege. Die derzeitige gesetzliche Regelung sei ausreichend.
Menschenverachtende Spiele, in denen es eindeutig um das Einüben des Tötens gehe, müssten aus dem Verkehr gezogen werden, sagte Bayerns Innenminister Beckstein beim Treffen der Innen- und Justizminister der EU.