17.02.2012 · Noch im Dezember musste ein Treffen aufgrund beidseitiger Verstimmungen verschoben werden. Davon war nichts mehr zu spüren, als David Cameron nun in Paris Nicolas Sarkozy „viel Glück“ für den Wahlkampf wünschte.
Von Michaela Wiegel, ParisDer britische Premierminister David Cameron hat sich am Freitag im Elysée-Palast tief beeindruckt von der Führungskraft Nicolas Sarkozys gezeigt und dem Präsidentschaftskandidaten „viel Glück“ für den Wahlkampf gewünscht. „Die Unterstützung von David Cameron bereitet mir wirklich Freude“, erwiderte Sarkozy.
Das war der Höhepunkt des britisch-französischen Gipfeltreffens, das aufgrund beiderseitiger Verstimmung im Dezember verschoben worden war. Ihre „Differenzen“ sprachen der französische Präsident und der britische Premierminister am Freitag nur an, um die „Stärke“ der bilateralen Beziehung zu loben.
Vergessen die Zeiten, da Sarkozy den britischen Regierungschef, wie undementiert in der französischen Presse zu lesen war, einen „bockigen Rotzbengel“ nannte und ihm empfahl, zur Euro-Krise den Mund zu halten. Auch wiederholte der Präsident nicht, was er in einem seiner jüngsten Fernsehgespräche behauptete, dass Großbritannien keine Industrie mehr habe.
„Ich bin davon überzeugt, dass Europa Großbritannien braucht“, sagte Sarkozy. Er strebe danach, Großbritannien wieder stärker in Europa einzubinden. Er blieb allerdings vage, wie dies nach der Weigerung Camerons, den europäischen Fiskalpakt mitzutragen, geschehen könne.
Cameron sparte nicht an Lob für Sarkozy, den er als unerschrockenen Feldherrn beschrieb, der in der Libyen-Krise die Wende herbeigeführt habe. Wie ein Seitenhieb auf Bundeskanzlerin Merkel klang die Erwiderung Sarkozys, er könne sich noch gut daran erinnern, wie allein er sich mit Cameron bei einem europäischen Gipfel gefühlt habe, als es darum ging, ein Blutbad in Benghasi zu verhindern.
„Da waren nicht sehr viele Leute auf unserer Seite“, sagte Sarkozy. In internationalen Krisen seien Großbritannien und Frankreich stets verlässliche Partner füreinander gewesen, sagte Sarkozy.
Frankreich und Großbritannien wollen ihre Rüstungszusammenarbeit verstärken. Am Freitag kündigten Sarkozy und Cameron die Entwicklung eines unbemannten Überwachungsflugzeugs an. Auch bei der zivilen Nutzung der Atomkraft wollen sie zusammenrücken. Cameron schloss bei aller Begeisterung für den Kandidaten Sarkozy allerdings aus, sich nach dem Vorbild der Bundeskanzlerin direkt in den Wahlkampf einzumischen. „Das könnte einen gegenteiligen Effekt entfalten“, sagte der britische Premierminister grinsend.
Wollen sich da etwa zwei abgetakelte, ehemalige Kolonialmächte..
Uwe Wagner (view)
- 18.02.2012, 10:54 Uhr
" la donna è mobile"
nikolaus hesse (firenzass)
- 18.02.2012, 09:25 Uhr