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Asylbewerber aus Syrien : Athen will zehntausenden Flüchtlingen Asyl gewähren

  • Aktualisiert am

Notleidenden Migranten soll in Griechenland künftig sofort geholfen werden (Foto: in Kyprinos, 2012). Bild: dpa

Griechenland will Asylbewerbern aus dem Kriegsland Syrien sofort Asyl geben. Die griechische Küstenwache rechnet mit deutlich mehr als 100.000 Menschen.

          Griechenland will Asylbewerbern aus dem Kriegsland Syrien sofort Asyl gewähren: Notleidenden Migranten soll umgehend geholfen werden. Das ist das Ergebnis einer Krisensitzung des Kabinetts unter dem Vorsitz von Regierungschef Alexis Tsipras zur Frage der Flüchtlinge. Nach der Sitzung hatte Regierungssprecher Gabriel Sakellaridis zunächst ferner erklärt, alle Migranten sollten von den griechischen Inseln ins Landesinnere gebracht werden, um, ausgestattet mit entsprechenden Papieren, später in die EU weiterreisen zu können: „Syrer, die Asyl beantragen, werden sofort legale Papiere erhalten, mit denen sie in die Länder reisen können, die sie bevorzugen.“ Zudem wolle Griechenland bei der EU die gleichmäßige Verteilung der Flüchtlinge auf alle EU-Staaten beantragen, wie Sakellaridis weiter sagte. Diese Aussagen des Regierungssprechers hatte auch diese Online-Nachrichtenseite aufgegriffen. Später dementierte der Sprecher seine Äußerungen zur Weiterreise jedoch.

          Die stellvertretende Ministerin für Migration, Tasia Christodoulopoulou, erklärte zur geplanten Asylvergabe im griechischen Rundfunk, sie rechne damit, dass in den kommenden Monaten mehr als 100.000 Migranten vor allem aus Syrien nach Griechenland kommen würden. Offiziere der Küstenwache sagten, sie befürchteten eine „bei weitem größere“ Anzahl Flüchtlinge.

          In den vergangenen zwei Tagen waren nach offiziellen Angaben mehr als 800 Migranten vor und auf den Inseln in der Ägäis aufgegriffen worden. Mehr als 300 seien alleine am Dienstag gekommen, berichteten örtliche Medien von den Inseln Lesbos, Chios, Samos und Kos.

          Zahlreiche Migranten - in vielen Fällen ganze Familien - kamen am Dienstag in Athen an. Sie sagten, sie suchten nach Wegen, das Land Richtung Westeuropa zu verlassen. Insgesamt seien im Januar, Februar und März 10.445 Migranten aufgegriffen worden. Die meisten stammen aus Syrien.

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