15.02.2005 · Der frühere Staatsminister Hans-Jürgen Wischnewski, legendär als Krisenmanager „Ben Wisch“, ist nach den Worten seines Referenten in einem „sehr, sehr kritischen“ Zustand.
Der SPD-Politiker Hans-Jürgen Wischnewski liegt schwer erkrankt in einer Kölner Klinik. Seinem Sprecher zufolge wurde der 82jährige wiederbelebt und liegt derzeit im Koma.
„Es ist sehr, sehr kritisch“, sagte Wischnewskis persönlicher Referent Arnold Joosten am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. „Aus medizinischer Sicht ist es schwierig, noch etwas zu tun. Aber er kämpft. Er ist ja ein sehr zäher Mensch.“ Immerhin habe sich Wischnewskis Zustand im Vergleich zum Wochenende etwas verbessert, sagte Joosten.
„Ben Wisch“ sei Samstag mit schwerer Atemnot in das Krankenhaus eingeliefert worden. Die Ärzte hätten den ehemaligen Staatsminister wiederbeleben müssen und ihn dann ins künstliche Koma versetzt. Die Ursache des Zusammenbruchs sei unklar. Eventuell könnten die Komplikationen durch die derzeit in Nordrhein-Westfalen grassierende Grippe ausgelöst worden sein.
Wie stark ist sein Körper?
„Gestern sah es dann ein bißchen besser aus“, sagte Joosten. „Man konnte ihn drehen, der Körper war warm, er hatte guten Blutdruck und Gehirnströme. Ich hab dann ziemlich lange mit ihm geredet. Ab und zu zuckte er mit den Augenbrauen und mit dem Körper. Die Frage ist, wie stark ist sein Körper, wie gut kann er das verkraften.“
Wischnewski machte sich vor allem als Krisenmanager heikler Missionen einen Namen. So wirkte er im Oktober 1977 entscheidend an der Lösung der Geiselkrise um die Lufthansa-Maschine „Landshut“ mit. In den achtziger Jahren engagierte er sich insbesondere als Friedensvermittler in Mittelamerika.
Vor wenigen Monaten reiste er zur Beisetzung von Palästinenser-Präsident Jassir Arafat, vergangene Woche jubelten ihm die Parteifreunde noch auf dem politischen Aschermittwoch der SPD in Köln zu. „Das war gigantisch, er wurde so gefeiert“, sagte Joosten. „Es ging ihm richtig gut. Wir haben gelacht und getrunken. Deshalb ist das jetzt auch alles so unerwartet.“