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Veröffentlicht: 30.08.2011, 21:27 Uhr

Wahl in Mecklenburg-Vorpommern C wie Zukunft und Z wie Caffier

Verlieren, um zu bleiben: Lorenz Caffier führt einen schwierigen Wahlkampf im Nordosten. Will er mit der CDU weiter regieren, darf er die SPD nicht überholen.

von , Schwerin
© ZB Straßenwahlkampf auf dem Dreescher Markt in Schwerin.

Udo Timm ist gestorben. Viele Jahre lang gehörte er dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern an als Kandidat von der Insel Rügen. Er kandidierte auch diesmal für die CDU, mit 70 Jahren. Wegen seines plötzlichen Todes kann auf Rügen nicht wie überall sonst im Land am 4. September gewählt werden, sondern erst zwei Wochen später. Und die Juristen im Schweriner Landtag denken darüber nach, was das für das Wahlergebnis am Abend des 4. September bedeutet und für die Fristen, innerhalb der der neue Landtag zusammentreten muss - mit allen weiteren Folgen auch für die Regierungsbildung. „Da haben wir eine neue Baustelle, als gäbe es nicht schon genug“, sagt CDU-Spitzenkandidat Lorenz Caffier mit einem leisen Stöhnen in der Stimme. Er sieht dabei aber nicht ernsthaft beunruhigt aus. Er ist schließlich genau der Mann für Krisen aller Art.

Frank Pergande Folgen:

Caffier bringt so schnell nichts aus der Ruhe - abgesehen davon, dass die Zeit bis zur nächsten Zigarette nicht zu lang werden darf. Caffier ist gerade im Straßenwahlkampf auf dem Großen Dreesch in Schwerin unterwegs, dem größten Plattenbaugebiet der Landeshauptstadt. Der CDU-Sonnenschirm steht in der Nähe von Einkaufszentrum und Wochenmarkt, zwischen Straßenbahntrasse und Hauptstraße. Es ist Vormittag. Unterwegs auf dem Dreescher Markt sind vor allem alte Leute, der Rollator ist das meistgebrauchte Fortbewegungsmittel. Zwei Trinker sitzen in der Bushaltestelle, einer kommt dann auch zur CDU herübergeschlendert, um sich Feuerzeug und Kugelschreiber zu holen. Als dann doch einmal eine Kindergruppe zur Straßenbahn muss, wird sie mit CDU-Luftballons ausgerüstet.

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Der Wahlkampf läuft nicht schlecht für die Partei

Caffier ist mit CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe gekommen. Mit dabei ist für ein paar Minuten auch Alfred Gomolka, von 1990 bis 1992 der erste Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern. Die Passanten aber scheinen sich für die Drei nicht sonderlich zu interessieren. Kaum einer bleibt stehen, an ein Gespräch ist gar nicht zu denken. Die Chancen der CDU-Kandidatin, der Schweriner CDU-Kreisvorsitzenden Dorin Müthel-Brenncke, sind hier nicht groß. Im Wahlkreis siegt traditionell die SPD, stark ist auch die Linkspartei. Dennoch ist die Stimmung am CDU-Stand gut. Es wird viel gelacht und herum fotografiert. Der Wahlkampf läuft nicht schlecht für die Partei, muss sie doch eines vor allem vermeiden: den Sieg.

Er wolle Ministerpräsident werden, sagt der 56 Jahre alte Caffier, um sogleich hinzuzusetzen, er sei auch gern Minister und würde auch das gern bleiben. Mit solchen Äußerungen drückt sich Caffier nicht vor der Verantwortung. Er sieht vielmehr die Lage, wie sie wirklich ist. Sollte die CDU bei der Landtagswahl stärkste Kraft werden, würde Caffier nicht etwa in die Staatskanzlei einziehen, sondern in die Opposition geschickt, denn es fehlte der Koalitionspartner. Es käme dann wohl zu einer Koalition aus SPD und Linkspartei, so, wie es sie von 1998 bis 2006 schon einmal im Land gegeben hat. Alle Umfragen zeigen aber, dass die SPD wohl wieder stärkste Kraft wird, deren Vorsitzender Erwin Sellering Ministerpräsident bleibt und sich dann aussuchen kann, mit wem er die Regierung bildet - der CDU wie bisher oder der Linkspartei wie früher unter seinem Vorgänger Harald Ringstorff.

Überall hat Caffier sich bewährt

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Quelle: wahlrecht.de
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