Die Hagia Sophia wurde 1453 von einer Kirche zur Moschee. Noch früher war in Palermo eine Kathedrale zunächst in eine Moschee umgewandelt worden und dann wieder in eine Kathedrale. Friedlich vollzogen sich diese Wechsel nie. Auch in Hamburg, wo eine entwidmete evangelische Kirche zur Moschee umgebaut werden soll, gibt es nun Streit. Die protestantische Dogmatik ist glasklar: Heilige Räume gibt es nicht. Sakral sind Kirchen allenfalls dadurch, dass sich die Gemeinden in ihnen versammeln. Ist eine Kirche entwidmet, erübrigt sich die Debatte.
Achtung haben die Gebäude, in deren Innern Menschen wichtige Stufen ihres Lebens genommen haben, dennoch verdient. Wenn Kirchen nach der Französischen Revolution als Stallungen oder Depots genutzt wurden, war das ebenso schlimm wie ein Verkauf an Gastronomen heute. Dass es anders geht, sieht man im kirchenfernen Ostdeutschland: Dort hat sich um den Erhalt der Kirchen vielerorts ein rühriges Vereinswesen gebildet. Wenn es in Hamburg solches Engagement nicht gibt, ist eine Nutzung als Moschee das vergleichsweise geringere Übel.
(Un-)freiwillig
Walter Dreesbach (DreesbachW)
- 14.02.2013, 15:23 Uhr
Wir verlieren unsere Mitte
Dietrich Ostermann (didio)
- 08.02.2013, 15:45 Uhr
Anachronistisches "Gotteshaus"-Konstrukt
Raika Geng (Lailaps)
- 08.02.2013, 14:45 Uhr
Betonglauben
Herbert Weidinger (WeidingerHerbert)
- 08.02.2013, 14:11 Uhr
Synagoge oder Moschee - geringeres Übel oder politisches Symbol
Andrea Fink (andreafink)
- 08.02.2013, 14:00 Uhr