09.12.2009 · Jeder Karl-May-Leser wird Genugtuung darüber empfinden, dass die Nachkommen der damaligen „Rothäute“ jetzt endlich mit einem Batzen Geld für das erlittene Unrecht entschädigt werden. Aber bekommen es die Richtigen? Egal: Wir gönnen allen Indianern die 3,4 Milliarden.
Von Günther NonnenmacherEs ist ein komplizierter Rechtsfall, der jetzt mit einer Einigung gelöst wurde; er reicht bis in das Jahr 1887 zurück, als der Wilde Westen von weißen Männern besiedelt und Indianer getötet, entrechtet und betrogen wurden. Jeder Karl-May-Leser – und welcher ältere Deutsche war das nicht? – wird Genugtuung darüber empfinden, dass die Nachkommen der damaligen „Rothäute“ jetzt endlich mit einem Batzen Geld für das erlittene Unrecht entschädigt werden.
Beunruhigend stellt sich allerdings die Frage, ob die Richtigen das Geld bekommen. Die Hauptklägerin kommt aus dem Stamm der „Schwarzfuß“-Indianer. Wenn die Erinnerung nicht trügt, gehörten diese bei Karl May zu den Bösen, jedenfalls zu denen, die dem Indianer-Ideal Winnetou, einem Apachen, nicht das (Feuer-)Wasser reichen konnten.
Andererseits weiß der inzwischen völkerkundlich aufgeklärte Karl-May-Leser, dass die Apachen gar nicht Winnetous Lederwams trugen, sondern ziemlich zerlumpte Gestalten waren, und auch nicht Iltschi-artige Pferde ritten, sondern Ponies. Egal: Wir gönnen allen Indianern die 3,4 Milliarden Dollar.
'First-Nation-People'
Friedrich-Karl Viermann (viermann)
- 09.12.2009, 19:55 Uhr
"Indianer"-Berichte am 10.12.2009
Markus Lindner (marlindn)
- 10.12.2009, 11:28 Uhr