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Entführung im Irak Mutter und Schwester appellieren an Entführer

02.12.2005 ·  Die Mutter und die Schwester der im Irak verschleppten Deutschen haben über das arabische Fernsehen an die Entführer appelliert, die Geiseln leben zu lassen. Noch gibt es keine neuen Informationen über das Schicksal von Susanne Osthoff und ihrem irakischen Begleiter.

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Die Mutter und die Schwester der im Irak entführten Deutschen Susanne Osthoff haben über einen arabischen Fernsehsender an die Geiselnehmer appelliert, die Archäologin und ihren Fahrer am Leben zu lassen.

„Wir appellieren an Sie, das Leben meiner unschuldigen Schwester und ihres Begleiters zu verschonen“, sagte die Schwester der Entführten, Anja Osthoff, im arabischen Sender Al Dschazira am Donnerstag abend, berichtete das ZDF.

„Seien Sie barmherzig“

„Meine Schwester hat lange in Eurem Land gelebt und sich im Irak engagiert. Susanne hat kranken Menschen Medikamente gebracht. Sie liebt die große irakische Kultur.“ Ihre Mutter Ingrid Hala sagte mit wahrnehmbar bewegter Stimme: „Wir bitten Sie inständig: Seien Sie barmherzig und gnädig mit meiner Tochter und lassen Sie sie und ihren Begleiter so schnell wie möglich wieder frei.“

Der Bundesregierung war es am Donnerstag nach eigenen Angaben nicht gelungen, Kontakt zu den Entführern aufzunehmen. „Ein Kontakt zu den Entführergruppen hat über die bisher von uns angesprochenen Kontaktpersonen nicht stattfinden können“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Nach seinen Angaben ist noch unklar, ob die Entführung einen kriminellen und keinen politischen Hintergrund hat und damit durch Lösegeld lösbar sein könnte.

Nehm leitet Ermittlungsverfahren ein

Die im Irak lebende 43 Jahre alte Osthoff war am Freitag im Nordirak zusammen mit ihrem einheimischen Fahrer verschleppt worden. Nach einem der ARD zugespielten Video der Entführer drohen die Täter mit dem Tod beider Geiseln, falls Deutschland Irak weiter unterstützt.

Generalbundesanwalt Kay Nehm hat nach Informationen der Nachrichtenagentur ddp in dem Entführungsfall ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft wollte am Freitag in Karlsruhe dazu allerdings nicht Stellung nehmen.

Nach Angaben des Berliner „Tagesspiegel“ wirft die Bundesanwaltschaft den unbekannten Geiselnehmern vor, eine ausländische terroristische Vereinigung zu bilden und Verfassungsorgane zu nötigen. Damit ist die Erpressung der Bundesregierung durch die Entführer gemeint. Sie verlangen, daß die Bundesrepublik die Zusammenarbeit mit der irakischen Regierung einstellt.

Kein Zusammenhang mit verschwundenem Iraker

Ein in Deutschland verschwundener irakischer Polizist steht laut Bundesinnenministerium nicht in Verbindung mit der Entführung von Susanne Osthoff. „Der Mann ist vermißt gemeldet worden und wird von der Polizei gesucht“, sagte eine Sprecherin.

Man gehe weder von einem Verbrechen, noch von einem Unglücksfall und schon gar nicht von einer Verbindung zu Osthoff aus. Der Mann ist einer von 40 irakischen Sicherheitskräften, die im Rahmen eines EU-Projekts in Deutschland ausgebildet werden.

Zentralrat der Muslime erwägt Demonstration

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland will sich mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln für die Freilassung der Deutschen Susanne Osthoff und ihres irakischen Fahrers einsetzen und erwägt dafür auch eine Demonstration.

„Es ist alles möglich - von der Pressemitteilung bis hin zur Beteiligung an einer Delegation nach Bagdad und zu einer Demonstration“, sagte der Vorsitzende des Zentralrats, Nadeem Elyas, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. (Siehe auch: Entführungsfall Osthoff: Deutsche Muslime bieten Hilfe an)

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