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Entführung Fünf Italiener im Jemen verschleppt

Ein Tag nach der Freilassung der Familie Chrobog sind am Neujahrstag fünf italienische Touristen im Norden Jemens entführt worden. Drei von ihnen sollen schon wieder frei sein. Die Regierung in Rom bestätigt das nicht.

Kurz nach dem glücklichen Ende der Entführung der deutschen Diplomatenfamilie Chrobog (siehe: Chrobogs wieder in Deutschland) sind im Jemen abermals westliche Touristen entführt worden. Fünf Italiener wurden am Sonntag im Norden des Landes von einem Stamm festgehalten, der die Freilassung von acht inhaftierten Stammesmitgliedern forderte.

Wenige Stunden nach der Entführung wurden die drei Frauen der Touristengruppe nach Angaben eines Regierungsunterhändlers freigelassen. Das italienische Außenministerium in Rom teilte mit, es könne dies nicht bestätigen. In einer Erklärung hieß es, man bemühe sich um Kontakt zu den rund 100 übrigen Italienern, die sich derzeit im Jemen aufhielten, obwohl das Ministerium seit langem vor Tourismus in den Stammesgebieten des Landes warne.

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Auf der Webseite der regierenden Volkskongress-Partei hieß es, ein Regierungsunterhändler habe Führer des Al-Sajdi-Stammes davon überzeugt, dass die Entführung von Frauen gegen Stammeswerte verstoße. Der Generalsekretär des Stadtrats von Dschahem in der Provinz Maarib, Scheich Darham el Damaa, sagte, die Verhandlungen zur Freilassung der beiden anderen Touristen gingen weiter.

Der Stamm fordert die Freilassung von acht Mitgliedern, die von den Regierungsbehörden wegen eines Streits mit einem anderen Stamm festgehalten werden. Das erklärten die Polizei und Mitglieder des Al-Sajdi-Stammes. Das italienische Außenministerium erklärte in Rom, „alle nützlichen Kanäle“ seien aktiviert worden, um eine Bestätigung zu erhalten. Außenminister Gianfranco Fini werde laufend über die Entwicklung informiert.

Es war die zweite Entführung ausländischer Touristen innerhalb einer Woche. Erst am Samstag waren der frühere Außenstaatssekretär Jürgen Chrobog und seine Familie nach viertägigen Geiselhaft wieder freigekommen.. Die Entführer hatten die Freilassung von fünf Mitgliede n ihres Stammes verlangt, die wegen der Tötung zweier Angehöriger eines verfeindeten Stammes vor Gericht stehen. Der jemenitische Staatspräsident Ali Abdullah Saleh wies seine Sicherheitskräfte am Sonntag an, die Entführer der Familie festzunehmen. Saleh sagte der Familie, Entführungen sollten künftig genauso bekämpft werden wie der Terrorismus. Die Deutschen waren in der Provinz Schabwa im Osten Jemens entführt worden.

Quelle: AP

 
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