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Vattenfall Kernkraftwerk Brunsbüttel wird abgerissen

Der Energiekonzern Vattenfall will sein vorzeitig abgeschaltetes Kernkraftwerk im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel abreißen. Vattenfall stellte einen entsprechenden Antrag beim Energiewende- und Umweltministerium in Kiel.

© dpa Vergrößern Bald mehr Weidefläche: Vor dem Kernkraftwerk Brunsbüttel

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will sein Atomkraftwerk im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel abreißen lassen. Der Antrag auf Stilllegung und Abbau des Akw sei beim Kieler Energiewende- und Umweltministerium eingereicht worden, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit. Der zuständige Landesminister, Robert Habeck (Grüne), bezeichnete die Entscheidung als wichtigen Schritt, „auf den wir lange gewartet haben“.

Brunsbüttel gehört zu den Reaktoren, die nach dem Atomausstieg von 2011 sofort abgeschaltet wurden. Die Anlage aus den siebziger Jahren steht nach schweren technischen Pannen seit Jahren still. Die schleswig-holsteinische Regierung aus SPD, Grünen und Südschleswigschem Wählerverband (SSW) erhöhte zuletzt den Druck auf Vattenfall, um die Einleitung eines Stilllegungs- und Demontageverfahrens zu forcieren. Habeck forderte den Konzern auf, auch für das ebenfalls abgeschaltete Kernkraftwerk  im schleswig-holsteinischen Krümmel einen Abrissantrag zu stellen. Sonst sei es nur „ein halber Schritt“.

Abriss und Rückbau dauern zehn bis 15 Jahre

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) begrüßte den Schritt des Energiekonzerns: „Für Schleswig-Holstein ist dieser Antrag ein sehr wichtiges Signal, dass eines der ältesten Atomkraftwerke Deutschlands nicht nur abgeschaltet bleibt, sondern stillgelegt und abgebaut werden wird.“ Das Verfahren für Brunsbüttel könnte bis zu vier Jahre dauern; für einen dann folgenden Abriss veranschlagt der Betreiber 10 bis 15 Jahre. Die Gesellschaft habe sich klar gegen die Atomkraft und für die Energiewende entschieden, sagte Albig und richtete eine weitere Forderung an Vattenfall: „Der nächste wichtige Schritt auf dem Weg raus aus der konventionellen Energieerzeugung und hin zu den erneuerbaren Energien ist jetzt die endgültige Stilllegung und der Rückbau von Krümmel.“

Der Kieler Energieminister Robert Habeck (Grüne) nannte den Zeitplan für einen Rückbau des 1976 in Betrieb genommenen Kraftwerks Brunsbüttel „ehrgeizig“. „Durch behördliche Verfahren wird es hier jedenfalls keine Verzögerungen geben“, sagte er. Der Rückbau „zur grünen Wiese“ sei der richtige Weg. Schleswig-Holstein will an diesem Freitag einen Entwurf zu einer Reform des Atomgesetzes in den Bundesrat einbringen, um den Druck auf die Energieunternehmen zu erhöhen. Die Betreiber sollen unter anderem gezwungen werden, zügig Stilllegungsverfahren in Gang zu bringen. Entsprechende Antragsfristen sollen gesetzlich verankert werden.

In dem Rückbau-Antrag für Brunsbüttel nennt Vattenfall eine Voraussetzung: „Eine der maßgeblichen Randbedingungen für die Entscheidung zum direkten Rückbau ist die Verfügbarkeit des Endlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Eine deutlich spätere Verfügbarkeit würde eine grundlegende Prämisse infrage stellen.“ Als künftiges Endlager für schwach- und mittelradioaktive Atomabfälle ist von 2019 an Schacht Konrad bei Salzgitter vorgesehen.

Beim Bundesamt für Strahlenschutz sieht man die Verfügbarkeit von Schacht Konrad als Bedingung kritisch. „Das eine hat mit dem anderen erst einmal nichts zu tun. Die endgültige Stilllegung von Brunsbüttel hängt nicht vom Betriebsbeginn des Endlagers Konrad ab“, sagte ein Sprecher.

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Quelle: AFP/dpa

 
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