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Kraftwerke Rösler gegen „Stromreserve“

 ·  Die Stromwirtschaft würde gerne stillgelegte Kraftwerke in Reserve halten, um sie bei Nachfragespitzen zuschalten zu können. Das Entgelt würde durch Auktionierung festgelegt. Die Bundesregierung lehnt dieses Verfahren nach Informationen der F.A.Z. ab.

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Die Bundesregierung lehnt den von der Stromwirtschaft verlangten Aufbau einer „strategischen Reserve“ als Rückversicherung gegen Unterbrechungen der Stromversorgung ab. Das geht aus einem Argumentationspapier des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, das der F.A.Z. vorliegt. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatte den Aufbau einer solchen Reserve nach skandinavischem Muster vorgeschlagen. Dabei werden Kraftwerke, die ansonsten stillgelegt würden, gegen Entgelt in Reserve gehalten, um sie bei Nachfragespitzen zuschalten zu können. Das Entgelt würde durch Auktionierung festgelegt.

Das Rösler-Ministerium hält das Verfahren für „absehbar teuer“. Zudem berge es die Gefahr, Fehlanreize für die Stilllegung von Kapazitäten zu geben. Auch würden damit derzeit debattierte umfassende Lösungen für das drängende Problem des Neubaus von Kraftwerken präjudiziert.

Derzeit lohnt der Neubau von Kraftwerken nicht, weshalb in der Wissenschaft und der Branche darüber diskutiert wird, wie - staatlich befördert, aber dennoch möglichst wettbewerblich ausgerichtet - Anreize zum Neubau von Kraftwerken geschaffen werden können. In dem Papier wird davor gewarnt, „ohne Notwendigkeit“ kurzfristig einen Mechanismus einzuführen. Vielmehr sollten Zeit und Energie in die Entwicklung eines Mechanismus gesteckt werden, der alle Erzeugungsarten - konventionelle, erneuerbare Erzeugung und Speicher - umfasse.

Auch sei diese „Reserve“ kein „milderer“ Eingriff in das Marktgeschehen, als die Pläne des Ministeriums, Kraftwerksbetreiber zu zwingen, unwirtschaftliche Anlagen aus Gründen der Versorgungssicherheit am Netz zu lassen.

Nach dem am Mittwoch versandten Entwurf der Verordnung bleibt es bei den Plänen, dass Kraftwerksbetreiber Stilllegungen ein Jahr im Voraus ankündigen müssen und die Netzagentur ihnen dies unter Umständen versagen kann. Auch bleibt es bei der neuen Vorschrift, wonach Gaskraftwerke, die als strategisch wichtig gelten, keine unterbrechbaren Gaslieferverträge mehr abschließen dürfen. Die Pläne für eine „Kaltreserve“ zielen vor allem auf Süddeutschland ab, wo es seit dem Abschalten der Kernkraftwerke in Spitzenlastzeiten Versorgungsengpässe geben kann.

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