Stromengpässe könnten in Zukunft gelegentlich auch zu Stromabschaltungen für alle Verbraucher führen. Jeweils eineinhalb Stunden wären dann jeweils genau definierte Regionen komplett vom Strom abgehängt. Danach gäbe es wieder 13,5 Stunden Strom, bevor eine abermalige Abschaltung vorgenommen würde, sagte Martin Konermann, Vorstandsmitglied der ENBW Regional AG während eines Journalisten-Workshops in Wendlingen. Auf diese Weise könnte der Stromverbrauch um 5 Prozent reduziert werden. Müsste die Entlastung stärker sein, würden die Pausen zwischen den Stromabschaltungen in den einzelnen Regionen kürzer ausfallen.
„Das ist nur die Ultima Ratio“, schränkte Konermann ein. Auf diese Weise könnte ein Blackout vermieden werden, wenn alle anderen Maßnahmen zur Stabilisierung des Netzes schon ergriffen wurden, einschließlich der freiwilligen, entlohnten Lastreduzierung durch Wirtschaftsbetriebe, die durch die Abschaltverordnung geregelt werden soll.
Der Süden Deutschlands ist von den Auswirkungen der Energiewende besonders stark betroffen. Wegen der hohen Industriedichte ist hier der Strombedarf besonders hoch, gleichzeitig ist die Versorgung mit Windkraft im Gegensatz zu den Küstengebieten niedrig. Ein langer, kalter Winter ohne Wind und ohne Sonnenschein könnte das Stromnetz in Baden-Württemberg extrem instabil machen, erwartet ENBW. „Wir wurden aufgeschreckt durch die Krise im Februar“, räumt Konermann mit Blick auf den vergangenen Winter ein.
Für diesen Winter wird die Abschaltung nicht erwartet
Das rollierende System von Stromabschaltungen wurde allerdings nicht erst jetzt erfunden, sondern geht zurück auf Katastrophenpläne aus der Zeit der Ölkrise in den siebziger Jahren. Diese wurden in Süddeutschland wieder hervorgekramt, als der heiße, trockene Sommer 2003 zu extrem niedrigen Wasserständen in den Flüssen führte und einige Atomkraftwerke deswegen Probleme mit der Kühlung hatten. „Auf dieser Grundlage haben wir einen Handlungsleitfaden erstellt“, berichtete Jörg Schänzle, Leiter der Netzführung der ENBW Regional AG. Das Abschaltmanagement folge auf dieser Basis bundesweit der gleichen Logik. Sobald ein Engpass absehbar sei, werde man die Bevölkerung vorbereiten und möglichst einen Tag vor der Stromabschaltung informieren.
In diesem Winter werde man die rollierende Stromabschaltung wohl eher nicht brauchen, erwartet Rainer Joswig, der die Übertragungsnetz-Gesellschaft Transnet-BW in Wendlingen leitet. Signifikante Probleme erwartet Transnet-BW im Jahr 2015. Engpässe durch die Abschaltung weiterer süddeutscher Atomkraftwerke könnten verstärkt werden, wenn der französische Atommeiler in Fessenheim, nahe dem badischen Freiburg, im Jahr 2016 stillgelegt wird. „Wir haben in diesem Winter schon eine angespannte Situation, aber das System läuft immer weiter in die Destabilisierung“, warnt Markus Fürst, Leiter Systemführung bei Transnet-BW. Aus diesem Grund seien Maßnahmen wie etwa das Abschalten des Stroms für alle Verbraucher im rollierenden System nötig. Die geplante Abschaltverordnung werde dagegen im Süden wenig helfen, da sie eher Industrien anspreche, wie sie tendenziell eher im Norden zu finden seien, etwa Chemiebetriebe oder Stahlwerke.
Das alles kommt dabei heraus, wenn Schamanen...
Bernd Schröder (du_Plessis)
- 07.12.2012, 11:16 Uhr
Nur um Vorsorge um einen Notfallplan der aus Vorkriegszeiten stammt.
Marie Gruber (mariluI)
- 07.12.2012, 11:01 Uhr
Was heißt :"Das rollierende System von Stromabschaltungen"
Marie Gruber (mariluI)
- 07.12.2012, 10:27 Uhr
Wo war denn der Blackout als die deutschen KKWs nicht liefen ?
Paul Rabe (heidelpaul)
- 07.12.2012, 10:09 Uhr
Hier geht es doch einzig und alleine darum dass nun Notfallpläne
wie Krieg für den
Marie Gruber (mariluI)
- 07.12.2012, 09:56 Uhr
