http://www.faz.net/-gpf-778k3
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 26.02.2013, 11:27 Uhr

Umstrittene Fördermethode Altmaier sieht vorerst keine Chance für Fracking

Der Bundesumweltminister hat sich mit Wirtschaftsminister Rösler zwar auf Fracking-Regeln verständigt. Bis Erdgas mit der umstrittenen Technologie gefördert wird, dauert es aber wohl noch sehr lange.

© dpa Erdgasprobebohrung in Lünne

Bundesumweltminister Peter Altmaier sieht in Deutschland vorerst keine Möglichkeiten, Gasvorkommen mit der umstrittenen Fracking-Technologie auszubeuten. Er sehe nirgendwo in Deutschland auf absehbare Zeit die Möglichkeit, dass Fracking stattfinde, weil noch viele Fragen geklärt werden müssten, sagte der CDU-Politiker. „Das werden wir Schritt für Schritt in Angriff nehmen.“

Altmaier bestätigte, dass er sich mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auf Regeln für die umstrittene Gas-Fördermethode geeinigt habe: „Wir haben auf der Grundlage von Gutachten des Bundesumweltamtes und Forschungsergebnissen uns entschieden, dass wir Fracking erschweren und einschränken.“ In Trinkwasserschutzgebieten werde es verboten. Auch sonst würden hohe Hürden für Fracking gestellt: „Wir werden eine strenge Umweltverträglichkeitsprüfung vorschreiben.“

Umweltauswirkungen wenig erforscht

Beim Fracking werden Wasser, Chemikalien und Sand unter hohem Druck in Schiefergestein gepresst, um dieses aufzubrechen (fracken) und so Gasreserven zu erschließen. In den Vereinigten Staaten wird dies bereits in großem Stil getan, was zu einem Verfall der Gaspreise und in der Folge auch der Stromtarife geführt hat. Auch Ölquellen sprudeln dank der Technik wieder verstärkt.

Allerdings gelten die Umweltauswirkungen als noch wenig erforscht. Auch hatte der Bundesumweltminister bereits betont, dass die grundsätzlichen Gegebenheiten für Fracking in Deutschland nicht vergleichbar seien mit den Vereinigten Staaten.

Mehr zum Thema

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Was Sie heute erwartet Die unbeachtete Griechenland-Krise

(================== Sharelinebox ==================) Krisen, die sich wiederholen, sind irgendwann keine mehr. Die erste Griechenlandkrise ab 2012 hat die Welt noch erschüttert. Die zweite Krise im... Mehr

27.04.2016, 07:18 Uhr | Wirtschaft
Video Fluss in Flammen

Um zu zeigen, welche Auswirkungen das Fracking-Verfahren haben könnte, zündet der australische Grünenabgeordnete Jeremy Buckingham mit einem Feuerzeug Methangas an, das auf dem Fluss Condamine treten soll. Der Energiekonzern und Betreiber der Fracking-Anlage Origin Energy sagte laut Medienberichten, dass die Ursache für den Gasaustritt in dem Fluss nicht das Fracking sei. Mehr

26.04.2016, 08:15 Uhr | Gesellschaft
Kaufprämie Warum Angela Merkel die Auto-Chefs eingeladen hat

In Berlin treffen die Autobosse mit der Bundesregierung zusammen. Kommt jetzt die E-Prämie? Was ist vom Autogipfel zu erwarten? Wer bezahlt am Ende? FAZ.NET beantwortet die wichtigsten Fragen. Mehr

26.04.2016, 14:19 Uhr | Wirtschaft
Wechsel an der Spitze Bruno Kahl löst Gerhard Schindler als BND-Chef ab

BND-Chef Gerhard Schindler wird abgelöst: Nachfolger des 63 Jahre alten Präsidenten soll nach Angaben von Kanzleramtschef Peter Altmaier der Regierungsbeamte Bruno Kahl werden, der zurzeit Abteilungsleiter bei Finanzminister Wolfgang Schäuble ist. Mehr

28.04.2016, 09:48 Uhr | Politik
Kahl folgt auf Schindler CSU kritisiert Wechsel an BND-Spitze

Bruno Kahl löst Gerhard Schindler bereits im Juli als Geheimdienstchef ab. Eine Begründung für den Wechsel an der Spitze des Bundesnachrichtendienstes nennt die Bundesregierung nicht – und erntet für ihre Entscheidung Kritik. Mehr

27.04.2016, 11:15 Uhr | Politik
Vorwahlen in Amerika

Die AfD ist zurück im 19. Jahrhundert

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Viele haben ein Problem mit der EU, wollen weniger Integration: Die AfD ist mit ihrem Willen auszutreten trotzdem in der Minderheit. Wie geschichtsvergessen kann man sein? Mehr 56 47

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden