Home
http://www.faz.net/-gpf-75ix8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Rongcheng China baut wieder am weltgrößten Kernkraftwerk

Die größte Atomanlage der Welt entsteht in China. Nach dem Unfall in Fukushima war der Bau ausgesetzt worden, jetzt geht es weiter.

© AFP Vergrößern Atomkraftwerke - hier das Qinshan-Kraftwerk - kommen in China wieder in Mode.

China hat den Bau eines Kernkraftwerkes der vierten Generation wiederaufgenommen, das die größte Atomanlage der Welt werden soll. Wie das staatliche China Internet Information Center am Samstag berichtete, wurden die Bauarbeiten in Rongcheng in der ostchinesischen Provinz Shandong bereits vergangenen Monat wiederaufgenommen, nachdem sie infolge der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 ausgesetzt worden waren. Die Anlage an der Shidao-Bucht werde das „weltweit erste erfolgreich kommerzialisierte Vorzeigeprojekt mit Atom-Technologie der vierten Generation“.

Die chinesische Regierung hatte bereits im Oktober einen Baustopp für Atomkraftwerke aufgehoben, der nach dem Atomunfall in Japan verhängt worden war. Nun sollen nach offiziellen Angaben „eine kleine Zahl“ an Akw in Küstennähe genehmigt werden. Der Akw-Bau an der Shidao-Bucht war 2011 begonnen worden. Bislang betreibt China 16 Atomreaktoren, angesichts des steigenden Energiebedarfs des aufstrebenden Schwellenlands will es seinen Atomsektor aber deutlich ausbauen. Auch Japan will wieder mehr Atomkraftwerke in Betrieb nehmen.

Mehr zum Thema

Das neue Atomkraftwerk solle sicherer und kostengünstiger sein, sagte ein Sprecher des größten beteiligten Investors China Huaneng Group dem Bericht zufolge. Ab 2017 soll es Strom liefern, seine Kapazität solle bis auf 6600 Megawatt gesteigert werden.

Die Investitionen in das Kraftwerk betrügen vorerst drei Milliarden Yuan (368 Millionen Euro), berichtete das China Internet Information Center. Der staatliche Sender China Radio International hob in einem Bericht hervor, dass die Anlage ausschließlich von chinesischen Wissenschaftler entworfen und entwickelt worden sei.

In einer früheren Version des Artikels hatte gestanden, China betreibe 15 Atomreaktoren. Tatsächlich sind des 16. Bitte entschuldigen Sie.

Quelle: FAZ.net / AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Warum der Ausstieg falsch ist Atomkraft? Ja bitte!

Wir brauchen die Kernkraft, weil sich Milliarden Menschen eine Waschmaschine wünschen. Sie gehört zum guten Leben. Oder wäscht der radelnde Veganer mit Anti-AKW-Aufkleber etwa von Hand? Mehr Von Winand von Petersdorff

20.05.2015, 13:27 Uhr | Politik
Japan Neue Aufnahmen aus havariertem Atomreaktor in Fukushima

Am Freitag erkundete ein ferngesteuerter Roboter den havarierten Atomreaktors in Fukushima. Dabei maß der Roboter eine Strahlung von zehn Sievert pro Stunde. Das ist das 500-fache der Strahlung, der ein Mensch im Jahr ausgesetzt sein darf. Mehr

14.04.2015, 16:23 Uhr | Gesellschaft
Videostreaming Netflix will nach China

Der Streamingdienst Netflix will nun auch nach China expandieren. Und braucht dazu einen chinesischen Partner: Das Unternehmen verhandelt offenbar mit einem Medienunternehmen, in dem auch Jack Ma investiert ist. Mehr

15.05.2015, 13:14 Uhr | Wirtschaft
Chronik Die wichtigsten Hackerangriffe

Kanzleramt, Atomkraftwerke, Spielekonsolen: Hacker sind an vielen Orten unterwegs. Hier sind die größten Hacks. Mehr Von Gaby Bock und Antje Pohlmann

05.01.2015, 13:34 Uhr | Wirtschaft
Unfall Feuer in Atomkraftwerk in der Nähe von New York

Im Kernkraftwerk Indian Point ist es zu einem Brand gekommen. Anwohner berichteten von einer Explosion und Rauch. Die Anlage wurde heruntergefahren. Sie befindet sich 65 Kilometer nördlich der Millionenmetropole New York. Mehr

10.05.2015, 06:52 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 05.01.2013, 10:34 Uhr

Neigung zum Ekstatischen

Von Reinhard Bingener

Zungenrede, Heilungen, Dämonenaustreibungen - die Pfingstkirchen inszenieren die Präsenz des Heiligen Geistes so offensiv wie möglich. Der Unterschied zu den traditionellen Kirchen europäischer Prägung könnte kaum schärfer sein. Mehr 11 17

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden