http://www.faz.net/-gpf-75ix8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 05.01.2013, 10:34 Uhr

Rongcheng China baut wieder am weltgrößten Kernkraftwerk

Die größte Atomanlage der Welt entsteht in China. Nach dem Unfall in Fukushima war der Bau ausgesetzt worden, jetzt geht es weiter.

© AFP Atomkraftwerke - hier das Qinshan-Kraftwerk - kommen in China wieder in Mode.

China hat den Bau eines Kernkraftwerkes der vierten Generation wiederaufgenommen, das die größte Atomanlage der Welt werden soll. Wie das staatliche China Internet Information Center am Samstag berichtete, wurden die Bauarbeiten in Rongcheng in der ostchinesischen Provinz Shandong bereits vergangenen Monat wiederaufgenommen, nachdem sie infolge der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 ausgesetzt worden waren. Die Anlage an der Shidao-Bucht werde das „weltweit erste erfolgreich kommerzialisierte Vorzeigeprojekt mit Atom-Technologie der vierten Generation“.

Die chinesische Regierung hatte bereits im Oktober einen Baustopp für Atomkraftwerke aufgehoben, der nach dem Atomunfall in Japan verhängt worden war. Nun sollen nach offiziellen Angaben „eine kleine Zahl“ an Akw in Küstennähe genehmigt werden. Der Akw-Bau an der Shidao-Bucht war 2011 begonnen worden. Bislang betreibt China 16 Atomreaktoren, angesichts des steigenden Energiebedarfs des aufstrebenden Schwellenlands will es seinen Atomsektor aber deutlich ausbauen. Auch Japan will wieder mehr Atomkraftwerke in Betrieb nehmen.

Mehr zum Thema

Das neue Atomkraftwerk solle sicherer und kostengünstiger sein, sagte ein Sprecher des größten beteiligten Investors China Huaneng Group dem Bericht zufolge. Ab 2017 soll es Strom liefern, seine Kapazität solle bis auf 6600 Megawatt gesteigert werden.

Die Investitionen in das Kraftwerk betrügen vorerst drei Milliarden Yuan (368 Millionen Euro), berichtete das China Internet Information Center. Der staatliche Sender China Radio International hob in einem Bericht hervor, dass die Anlage ausschließlich von chinesischen Wissenschaftler entworfen und entwickelt worden sei.

In einer früheren Version des Artikels hatte gestanden, China betreibe 15 Atomreaktoren. Tatsächlich sind des 16. Bitte entschuldigen Sie.

Quelle: FAZ.net / AFP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ecuador Weiteres starkes Erdbeben

Nach den heftigen Erdbeben vor einem Monat, wird Ecuador innerhalb eines Tages von zwei weiteren Stößen erfasst. Die Folgen für das Land sind noch nicht abzusehen. Mehr

18.05.2016, 20:53 Uhr | Politik
Dong Xuan Center Großbrand in Berliner Lagerhalle

Das Dong Xuan Center im Ostteil Berlins stand am Mittwoch in Flammen. Die Feuerwehr musste mit einigen Problemen kämpfen, um das Feuer in der Halle von Berlins größtem Asia-Markt zu löschen. Meldungen über Verletzte gab es bisher keine. Mehr

11.05.2016, 17:16 Uhr | Gesellschaft
Technologie-Export China exportiert Atomkraft in den Sudan

Die Volksrepublik drängt auf die Energiemärkte im Ausland. Der Hualong-Reaktor kommt nicht nur im Sudan zum Einsatz. Doch die massive Expansion erhöht auch die Risiken. Mehr

24.05.2016, 07:51 Uhr | Wirtschaft
Offenheit gegenüber dem Islam Mit Kultur gegen Islamophobie in Amerika

Nicht erst seit den Terrorattacken von Paris und Brüssel hat islamfeindliche Rhetorik ihren Weg in den amerikanischen Wahlkampf gefunden. Die muslimischen Einwohner von Lanham im Bundesstaat Maryland wollen dem mit Offenheit begegnen: Das Diyanet Center, das größte islamischen Kulturzentrum des Landes, soll Ängste abbauen und das gegenseitige Verständnis fördern. Mehr

20.05.2016, 09:54 Uhr | Politik
Investoren verwirrt Rätselhafte Energiepolitik

Wie viel Geld muss ein Betrieb für Strom zahlen? Auf diese Frage brauchen Betriebe auf Standortsuche eine Antwort. In Wiesbaden ist sie kaum zu finden. Mehr Von Thorsten Winter, Wiesbaden

17.05.2016, 18:40 Uhr | Rhein-Main

Die Irrtümer Lateinamerikas

Von Matthias Rüb

Die Lage in Venezuela ist symptomatisch: Anstehen für Grundnahrungsmittel und eine Gewaltkriminalität, die außer Kontrolle ist. Die „rote Welle“ hinterlässt einen Krisenkontinent. Mehr 0

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden