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Energiekonferenz Schröder: Hoher Ölpreis bedroht Aufschwung

03.06.2004 ·  Die Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Öl gefährde die weltweite Konjunktur und erhöhe die „Verwundbarkeit“ durch Terrorismus. Das sagte der Kanzler auf der Weltkonferenz für erneuerbare Energien in Bonn.

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Die einseitige Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Öl spielt nach den Worten von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) dem Terrorismus in die Hände. Dadurch habe sich die „Verwundbarkeit“ gegenüber solchem Terrorismus enorm erhöht, sagte Schröder am Donnerstag auf der Weltkonferenz für erneuerbare Energien in Bonn.

Die jüngsten Terroranschläge auf Anlagen der Ölversorgung im Irak und Saudi-Arabien „zielen unmittelbar darauf, die Menschheit an ihrem Lebensnerv zu treffen“. Eine Energiewende sei daher auch ein „Gebot der Sicherheit“.

Hoher Ölpreis bedroht weltweiten Aufschwung

Schröder sieht in dem aktuell hohen Ölpreis eine Bedrohung für den weltweiten Aufschwung und eine Behinderung im Kampf gegen Hunger und Armut in der Welt. „Hohe Energiepreise, wie zum Beispiel derzeit beim Erdöl, verbauen weltweit die Chancen für wirtschaftliche Entwicklung", sagte Schröder. Sie bedrohten den Aufschwung in den entwickelten Volkswirtschaften und behinderten die Bekämpfung von Armut und Hunger.

Es sei notwendig, möglichst auf verschiedene Energieträger zu setzen. Notwendig seien eine Umorientierung der globalen Energiepolitik mit einer Stärkung der erneuerbarer Energien und einer Lockerung der einseitigen Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Öl.

KfW-Programm für Energieinvestitionen armer Länder

Die Bundesregierung will ihre finanzielle Unterstützung für den Ausbau erneuerbarer Energien und mehr Energieeffizienz in Entwicklungsländern weiter verstärken. Schröder kündigte an, in Zusammenarbeit mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau werde die Bundesregierung eine Sonderfazilität für erneuerbare Energien und Energieeffizienz einrichten. Über dieses Finanzierungsinstrument im Volumen von bis zu 500 Millionen Euro sollten über fünf Jahre hinweg zinsverbilligte Darlehen für entsprechende Investitionen in den Entwicklungsländern bereitgestellt werden.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Deutschland im Rahmen der Entwicklungs-Zusammenarbeit für diesen Zweck Investitionsmittel von rund einer Milliarde Euro über fünf Jahre zugesagt. Mit dem neuen Programm erhöhen sich die deutschen Hilfen nochmals erheblich.

Der verstärkte Einsatz regenerativer Energien sei eine Frage der „Umweltsicherheit“ und des Schutzes von Millionen Menschenleben, unterstrich der Kanzler. Schließlich sei der Klimawandel die größte Umweltgefahr. Umweltkatastrophen wie die Ausdehnung von Wüsten oder große Überflutungen ließen sich nur verhindern, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen „radikal“ verringert werde.

Den Entwicklungsländern entstünden Expertenschätzungen zufolge durch den hohen Ölpreis Mehrkosten in Höhe von 60 Milliarden Dollar. Das entspreche den weltweiten Ausgaben für die Entwicklungshilfe. Die Antwort auf die gestiegenen Ölpreise müsse eine Doppelstrategie aus mehr Energieeffizienz und erneuerbaren Energien sein.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, ddp
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