26.08.2009 · Auch das Endlagerprojekt Gorleben, das Bundesumweltminister Gabriel jetzt totgesagt hat, wird nach dem 27. September weiterleben. Denn wäre Gabriel wirklich so sicher, wie er tut, hätte er längst die Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten angeordnet.
Von Stefan DietrichTotgesagte leben bekanntlich länger. Dem Stromerzeuger Vattenfall wollte Umweltminister Gabriel schon nach dem vorletzten Zwischenfall in Krümmel die Genehmigung zum Betreiben von Kernkraftwerken entziehen. Stattdessen bekam Vattenfall zwei Jahre später die Genehmigung zum Wiederanfahren.
Die Panne, die dabei auftrat, ging mindestens zum Teil auch auf das Konto der Atomaufsicht, die bei der Abnahme der Reparaturarbeiten nicht genau genug hingeschaut hatte.
Auch das Endlagerprojekt Gorleben, das Gabriel jetzt totgesagt hat, wird nach dem 27. September weiterleben. Dass im Frühstadium der Erkundungsarbeiten politischer Druck auf Gutachter ausgeübt worden sein könnte, ist zwar nicht auszuschließen.
Aber was sagt das, wenn trotz allen politischen Gegendrucks auf die Gutachter selbst unter Rot-Grün kein geologisches Argument gefunden wurde, das die Eignungshöffigkeit des Salzstocks Gorleben ausschließt? Wäre Gabriel wirklich so sicher, wie er tut, hätte er längst die Wiederaufnahme der Erkundungsarbeiten angeordnet, die ihn bestätigen könnten.