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Embryonale Stammzellen Obama gibt Forschungsgelder frei

09.03.2009 ·  Der amerikanische Präsident Barack Obama hat eine Verordnung erlassen, wonach die Forschung an embryonalen Stammzellen wieder stärker durch staatliche Fördergelder vorangetrieben werden darf. Die katholische Kirche, protestantische Evangelikale und andere Konservative kritisieren diesen Schritt.

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Der amerikanische Präsident Barack Obama hat die Beschränkungen bei der Finanzierung embryonaler Stammzellenforschung in den Vereinigten Staaten aufgehoben. Er setzte am Montag mit einer präsidialen Verordnung die Vorgabe seines Vorgängers George W. Bush außer Kraft. Bush hatte vor siebeneinhalb Jahren aus ethischen Erwägungen eine staatliche Unterstützung lediglich für solche Forschungsprojekte noch erlaubt, die Stammzellen verwenden, die vor dem 9. August 2001 erzeugt sind.

Obama sprach von einer „Wende“ in der Forschungspolitik, auf die viele Wissenschaftler, Mediziner sowie Patienten und deren Angehörige gehofft hätten. „Wir werden Wissenschaftler, die diese Forschung (mit embryonalen Stammzellen) betreiben, nach Kräften unterstützen.“ Es sei das Ziel Amerikas auf diesem vielversprechenden Forschungsfeld weltweit zu führen. Die bisherigen Beschränkungen hätten den Wissenschaftlern „Handschellen angelegt“ und ihre Wettbewerbsfähigkeit eingeschränkt, hatte Obama schon vor seiner Entscheidung angekündigt.

Der religiös motivierten Haltung Bushs erteilte der Präsident eine deutliche Absage. „Statt den Fortschritt zu fördern, hat unsere Regierung in den vergangenen Jahren eine falsche Wahl zwischen Wissenschaft und moralischen Werten erzwungen“, heißt es im Manuskript. Der Präsident betont, als gläubiger Christ sei er überzeugt, dass „es unsere Pflicht ist, uns umeinander zu kümmern und alles zu tun, um menschliches Leid zu lindern“.

Kritik: „Geld für die Zerstörung menschlichen Lebens“

Während Wissenschaftler die Entscheidung Obamas überwiegend begrüßten, kritisieren die katholische Kirche, protestantische Evangelikalen und andere Konservativen diesen Schritt. Auch von Seiten des Vatikan war im Vorfeld Kritik an der geplanten Aufhebung der Gesetzesvorgaben laut geworden.

Befürworter der Forschung machen geltend, die Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen könnte zu einem Durchbruch etwa im Kampf gegen bisher unheilbare Krankheiten wie Alzheimer, die Parkinson-Krankheit und Diabetes führen. Dagegen sprechen Kritiker von einer Zerstörung werdenden Lebens, weil dabei menschliche Embryonen vernichtet werden. Der Präsident des „Rats für Familienforschung“, Tony Perkins, sagte, Steuerzahler sollten nicht „die Rechnung für Experimente übernehmen müssen, welche die Zerstörung menschlichen Lebens zur Voraussetzung haben“.

Obama sagte dagegen, zwar sei das volle Potential der Stammzellen nicht bekannt und dürfe nicht überschätzt werden: „Aber die Wissenschaftler gehen davon aus, dass diese winzigen Zellen die Fähigkeit haben könnten, einige unserer schwersten Krankheiten zu verstehen und vielleicht zu heilen.“

Grundbausteine des Körpers

Stammzellen sind Grundbausteine des Körpers, aus denen sich andere spezielle Zellen bilden. Sie werden gegenwärtig meist aus wenige Tage alten Embryonen gewonnen. Daher ist die Stammzellenforschung ethisch umstritten. Die Forschung in den Vereinigten Staaten bleibt weiterhin durch ein Gesetz des Kongresses eingeschränkt, das Obama nicht aufheben kann. Die Wissenschaftler können demnach nicht selbst Stammzellen aus Embryonen erzeugen, sondern müssen sie kaufen. In Deutschland ist die Forschung unter Auflagen erlaubt.

Die Aktien von Unternehmen der Branche lagen nach der Ankündigung deutlich im Plus. Die Titel von Aastrom Biosciences stiegen im Verlauf 33 Prozent, von StemCells 41 Prozent und von NeoStem 58 Prozent.

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