25.04.2012 · Das deutsche Fußball-Nationalteam wird bei der EM ein Spiel in der Stadt austragen, in der sich das ukrainische Regime an Julija Timoschenko rächt. Das Gerede vom Sport im politikfreien Raum kann man sich sparen.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerRichtlinien für Lesermeinungen
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Nein, aber der Ukraine sollte man die EM entziehen, die dortigen Spiele auf Stadien in Polen verlagern. So erhält man die EM und verhindert, dass sich das Regime profilieren kann.
Diesen haette das Land fruher gebraucht und umfassender, als nur durch
den Fussball. Im November 2004 ('orange revolution') hatte die Ukraine
die Reifepruefung in puncto Demokratietauglichkeit mit Bravour
bestanden. Aber das offizielle Europa ueberliess das Land sich selbst.
Janukowitsch ist das Ergebnis.
Moeglicherweise wird der Fussball nun zum Lebensretter der Julija
Timoschenko, denn das Regime Janukowitsch darf seine Karten nicht
ueberreitzen. Aber was danach? Wird die neue fruchtbare Unruhe aus
Moskau auf Kiev ausstrahlen? Die Balkanstaaten befinden sich laengst auf
dem Weg nach Europa. Aber was geschieht mit der Ukraine? Um
Legendenbildung vorzubeugen, sollte sich diese einem Referendum
unterziehen. Eine Teilung des Landes koennte fuer West wie Ost
vorteilhaft sein. Die Ukraine bedarf weiterer Schuebe.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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