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Elternzeit Markt und Familie

 ·  Mütter und Väter, die arbeiten wollen, haben nicht die gleichen Interessen wie die Wirtschaft. Sie wollen nicht ununterbrochen verfügbar sein.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (18)

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Rainer Böhm
Rainer Böhm (raiboehm) - 29.12.2012 15:15 Uhr

Ökonomiefreie Zonen müssen heutzutage hart erkämpft werden...

Schöne Realsatire, besten Dank Frau Hoffmann.

Vielen, denen das "Kinderförderungsgesetz" bisher noch als fortschrittliches Regelwerk erschien, dürfte mit den Äußerungen von Herrn Hundt langsam ein Licht aufgehen. Es geht nicht um Wahlfreiheit für Eltern, sondern um das Gegenteil. Kinder in die Krippen, Eltern in die Produktion. Familien werden die ökonomischen Daumenschrauben angezogen.

Am allermeisten leiden darunter die Kinder. U3-Betreuung katapultiert die Mehrheit unserer Kleinsten in eine massive, gesundheitsschädliche Stressbelastung. Die entsprechenden internationalen neurobiologischen Studien werden bisher noch geflissentlich unter der Decke gehalten (s. Fachportal Bildung und seelische Gesundheit).

Letztlich entspricht der satirische Ansatz der Schwangerschaftsverkürzung - als ökonomisch begründeter Eingriff in unsere biologische Integrität - einem Vorgehen, das in Form des KiFöG viele unserer Kinder bereits erdulden müssen.

Zeit, sich zu wehren ...

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Nils Büngener

Wohltuender Kommentar

Die treffendste Kritik am Ökonomisierungswahn, die ich bisher gelesen habe. Typisch, dass man solches im Wirtschaftsblatt FAZ findet. Die besten Analysen entstehen oft, wenn begonnen wird, sich mit den Positionen des eigenen Lagers kritisch auseinanderzusetzen.

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christian bouillon
christian bouillon (cbou) - 25.12.2012 13:35 Uhr

Ökonomisierung

Tatsächlich ist mit diesem klugen Artikel von Frau Hoffmann ein zentrales Problem artikuliert. Es spitzt sich noch zu, wenn man weiterfragt:
1. Welcher Gesellschaftsbereich ist noch nicht ökonomisiert?
2. Lassen sich noch Differenzen zwischen Politik und Ökonomie ausmachen?

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Stefan Kugl
Stefan Kugl (Kugll) - 25.12.2012 12:21 Uhr

Dem Arbeitgeber ein Kind gebären

Ob der Staat jede Last, die mit Kindern einhergeht, abnehmen muss, kann man sicher bezweifeln. Nur sollte man dann nicht klagen, wenn immer weniger diese Last nicht schultern wollen.

Und Herr Hundt hat dankenswerterweise deutlich ausgesprochen, welcher Wind in Deutschland wirklich weht.
Konsequenz: Kinder sollte nur der haben, der es sich leisten kann, seinem Arbeitgeber tüchtig in die Suppe zu spucken …..

Bie den Angestellten sind das nur sehr wenige.
Eigentlich trifft das nur auf sehr Vermögende und Dauer-Hartzer zu und diese beiden Gruppen sagen ja auch "Ja" zum Nachwuchs

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Thomas Kühne

Ich verstehe die ganze Diskussion nicht...!

...wir haben in den letzten Jahrzehnten ganze Industriebranchen (Textil, Optik-Elektronik, Metall etc.) in andere Länder verlagert, um Kosten- und Effizienzvorteile zu nutzen.

Globalisierung nennt man das gemeinhin...und es funktioniert doch sehr gut.

Warum sollten wir die Produktion und Aufzucht von Humankapital nicht auch Ländern überlassen, die das nachweislich besser und billiger können?

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Wolfgang Müller

Die *kurzfristigen* Interessen sind unterschiedlich.

Langfristig sollte der Wirtschaft an der Heranziehung von gut ausbildbarem Personal interessiert sein. Auch sollte die Wirtschaft daran interessiert sein, dass die Eltern nicht zu sehr ein schlechtes Vorbild abgeben.

Dass das vernachlässigt worden ist, merken wir jetzt: Mit einer Generation Y, die einerseits zahlenmäßig zu klein ist und andererseits mit Verweis auf ihre Eltern die Work-Life-Balance sehr viel höher bewertet als die vorigen Generationen.

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Stefan Uhlig
Stefan Uhlig (printul) - 25.12.2012 10:12 Uhr

DDR-Fan Hundt

Der Herr Hundt outet sich schon länger als Anhänger der alten DDR. Das hat ihm gefallen, dass dort die Parole galt "Frauen ab in die Produktion!". Am besten zu Niedriglöhnen. Frauen dürfen zwar Kinder bekommen, dann aber sofort - am besten gleich nach der Entbindung - in den staatlichen Hort mit den Kleinen, damit der Aufbau des Sozialismus nicht darunter leidet. Ich bin mir sicher, dass Herr Hundt die Idee von Frau Hoffmann gar nicht so schlecht findet ....

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Brünhilde Zeller

Ein kluger Artikel, vielen Dank Frau Hoffmann.

Ob Herr Hundt diesen Artikel liest und auch darüber nachdenkt? Oder ist sein Geist schon so „in spanische Stiefeln eingeschnürt“, dass er das nicht mehr kann. Sollte er darüber nachdenken und zu dem Schluss kommen, dass darin viel Wahres steckt, bezweifle ich, dass er die Cojones hat, das auch auszusprechen.

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Paul Banaschak

wie heisst es immer so schön

gleiches Gehalt bei gleicher Leistung. Der Bericht zeigt das wieder mal ganz deutlich, dass es eben nicht so ist.

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Philipp Laurisch

Eigentlich verwirrend, oder?

In einem Land mit zurückgehender Zahl an Arbeitskräften sollten es eigentlich die Unternehmen sein, die ihren Angestellten möglichst weit entgegen kommen. Dass das nicht so ist zeigt, dass die Menschen sich ihres Marktwertes nicht bewusst sind. Das liegt auch daran, weil ein entsprechendes Bewusstsein in Schulen und Universitäten in die Köpfe gehämmert wird: "Du musst dich verkaufen!" Dass es da auch einen gibt, der auf die Produkte angewiesen ist, wird nicht gesagt.
In der westlichen Welt entsteht heute ein "Dienstleistungsproletariat", welches in einer ganz ähnlichen Position ist wie das Proletariat der industriellen Revolution etwa hundert Jahre zuvor.
Nun, für die besser Betuchten zahlt es sich wohl aus, der Gesellschaft die Identität und den Zusammenhalt genommen zu haben.
Ganz liebe Grüße,
Das Gott

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Eberhard Stoeckel

Es gibt also doch auch eine Ruferin in der Wüste!

Aber auch die wird kaum gehört und schon gar nicht erhört werden, da das laute Gebell des Herrn Hundt sie übertönen und ihr eine lange Nase machen wird. Ohnmacht des Wortes und Allmacht des Geldes stehen in einem krassen Widerspruch der eingesetzten Kräfte. Die Kirchen wussten es einmal besser, als sie noch einen umfangreichen Kalender mit F e i e r tagen, nicht mit E v e n t tagen verzeichneten. Aber selbst den Buß- und Bettag haben sie - bis auf Sachsen - 1994/1995 der sozial verbrämten Ökonomie geopfert (Finanzierung der Pflegeversicherung), wohl damit Herr Hundt nicht in seiner restlichen Würde gekränkt wird, auch einmal an Buße für sein sündhaftes Wirken zu denken. Er hätte das auch auf dem Golfplatz tun können. Die Wirkung auf die Pflegeversicherung ist schließlich doch daneben gegangen, denn die kühle, rein rechnerische Überlegung erwies sich als eine glatte Illusion.

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Andreas Neubert

Die Natur muss auch endlich begreifen, ....

... dass wir uns in einer globalisierten Welt keinen Luxus mehr wie neun Monate Schwangerschaft leisten können. Hier gebietet es die Effizienz, dass sicher auch kürzere Schwangerschaftszeiten möglich sein können und müssen.

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Karl Dietrich Naumann

Wie wär's denn,

wenn Sie sich selbständig machen ? Dann sind Sie Ihre eigener Chefin und können Ihren
zeitlichen Einsatz und Ihre Einnahmen selbst bestimmen. Sie würden umgehend ver-
stehen was die Beweggründe der "Wirtschaft" sind. Mein Eindruck ist, Sie wollen nicht
Ihre Fähigkeiten gegen Entgeld verkaufen, Sie suchen jemand, der Ihnen das Geld
einfach so gibt !

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.12.2012 09:58 Uhr
Andreas Neubert

@Karl Dietrich Naumann

Wie wär's denn, wenn so einige mal begreifen, dass diese Welt nicht ausschließlich aus Ökonomie besteht?

Eine Gesellschaft, die einen Lebensbereich als Primat über alle anderen Lebensbereiche stellt (sei das Religion, das Militär oder eben auch die Ökonomie) ist totalitär.

Wir täten gut daran, hier einmal aus der Geschichte zu lernen.

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Gottfried Lobeck
Gottfried Lobeck (golo7) - 25.12.2012 00:21 Uhr

Ein wacher, kritischer Arikel!

Frau Hoffmann, meinen Sie wirklich, dass Ihr Appell die Privatwirtschaft einlenken lässt?
Ist diese im Haifischbecken aktueller Wettbewerbsbedingungen seit dem Wandel vom Stakeholderkapitalismus zur Shareholdervariente selbst bei vorhandener Einsicht dazu in der Lage? Die globalen Marktbedingungen zwingen die (Privat)Wirtschaft fast ausschließlich zur Orientierung an der Eigenrendite und lassen die des Gemeinwohles immer mehr in den Hintergrund geraten. Giving Pledge ist bei allem guten Willen nicht im Stande, hier die Lage wesentlich zu verbessern.
Gerade Beschäftigungszeiten belegen, wie fern der Traum rückte, über Maschinisierung neben körperlicher Entlastung auch zu mehr Freizeit zu kommen. Stattdessen entstand ein Heer Arbeitsloser und Niedriglöhner bei steigender Produktivität und Reichtum auf der anderen Seite.
Nichts gegen private Kapitalanlage. Aber wäre es nicht dienlicher, diese dem Gemeinwesen zur Verfügung zu stellen, das dann als Investor i.S. des Gemeinwohles agiert?

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Jürgen Braun

Klasse, danke, genau richtig, jederzeit gerne mehr!

Deutschland ist mehr als eine Ansammlung von Arbeitsstellen - aber die ist es mit natornotwendigkeit auch.
.
Und bleibt leider ebenfalls: werde ich angegriffen,muss ich mich wehren. Herr Hndt stärkt also die Zivilgesellschaft. In dem er einengt, was sonst evtl. "zerfasern" würde - wären keine Gegenkräfte spürbar.
.
Nimmt man es aber an, sie wird man feststellen: Ganz entlang vorgefertigter Ideologien (also evtl. empfundener solcher) gibt es für viele Einzelne oder Familien die gewünschten Entfaltungs-/Freiräume auch weiterhin: Ich muss mich/uns nur selber definieren - und dann gestaltend herbeiführen, was ich will.
.
Der schöne Ort ist vorhanden, wenn ich ihn nur selber mache.
.
Darüber hinaus auch noch, wie hier geschehen, für andere mit zu argumentieren und einzufordern, natürlich darüber hinaus noch besser.
.
"Lebensphasenlängsschnittanalyse" heißt womöglich das bekannte Zauberwort. Und es gibt jede Menge Möglichkeiten in D nützlich Geld zu verdienen in "Hundt-fernen" Bereichen auch

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Carlos Anton

Fehlen von minimalen ethischen Standards

Die Haltung Herrn Hundt's zur Elternschaft hat auch mich auf tiefste schockiert. Offensichtlich ist jedes Mittel recht, um die Arbeitnehmer noch ein wenig mehr auszuquetschen. Ich bin zwar für wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen aber nicht auf Kosten der Familien. Leider hat die Politik die rein ökonomische Betrachtungsweise der Familienpolitik selbst eingeleitet. Frauen und Männer, die sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern wollen, werden marginalisiert und diskriminiert. Sie dürfen dafür ein zweites Gehalt erarbeiten, das dann zum grössten Teil für Kitas und Steuern ausgegeben wird, mit anderen Worten arbeiten sie für nichts. Das kommt der Sklaverei und Ausbeutung sehr nahe.

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Roland Müller

Liebe Frau Hoffmann,

in den Gesetzestext müsste man unbedingt eine Passage einfügen, die besagt, das die Frauen die Schwangerschaftsbeschleunigung auf jeden Fall selbst zu bezahlen haben. Kann ja nicht sein, das der Hundt und seine Kollegen sich an einer solchen Selbstverständlichkeit beteiligen müssen. Ansonsten gibt es Ihren Ausführungen nicht hinzu zu fügen. Frohe Weihnachten!!!!!!!

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