03.11.2005 · Die Vorsitzende der SPD-Frauen, Elke Ferner, wurde als Vize-Bundesvorsitzende nominiert - was sie selbst überraschte. Im Saarland gewann sie bei der Bundestagswahl ein Direktmandat gegen Oskar Lafontaine.
Man könnte es als einen kleinen Seitenhieb gegen Oskar Lafontaine deuten. Aber vermutlich ist es vor allem eine Verneigung vor den SPD-Frauen. Zu ihrer eigenen Überraschung wurde die saarländische Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der SPD-Frauen, Elke Ferner, als stellvertretende Bundesvorsitzende der SPD nominiert. Der designierte SPD-Bundesvorsitzende Platzeck hatte Frau Ferner nach dem kurzfristigen Verzicht der Parteilinken Andrea Nahles für den Vize-Posten vorgeschlagen.
Elke Ferner, 47 Jahre alt, hatte bei der Bundestagswahl im Wahlkreis Saarbrücken unter anderen mit dem ehemaligen Oberbürgermeister und Ministerpräsidenten Lafontaine (damals SPD und inzwischen WASG) konkurriert und mit 33,5 Prozent das Direktmandat gewonnen; Lafontaine landete hinter dem CDU-Kandidaten erst auf dem dritten Platz. Frau Ferner, von Beruf Programmiererin, gehört seit 1990 dem Bundestag an; von 1998 bis 2000 war sie Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.
Linkes Profil
Als stellvertretende Vorsitzende der Saar-SPD gehört sie einem Landesverband an, der von jeher auf sein linkes Profil bedacht ist. Sie ist da keine Ausnahme. Die sich zur parlamentarischen Linken zählende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen hatte denn auch, den Wunsch des Parteivorsitzenden Müntefering mißachtend, für die Parteilinke Andrea Nahles als Generalsekretärin geworben und später deren Kandidatur für einen Stellvertreterposten unterstützt.
Für die Vorsitzende der SPD-Frauen kam dabei noch der feministische Gedanke hinzu, daß die SPD-Führung paritätisch mit Männern und Frauen besetzt sein sollte. Ihre Nominierung nährt in ihr die Hoffnung, daß dem designierten Vorsitzenden dieser Gedanke nicht fremd sei.