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Elfenbeinküste Acht französische UN-Soldaten getötet

06.11.2004 ·  Acht französische Soldaten sind am Samstag in der Elfenbeinküste bei einem Luftangriff der Regierungstruppen getötet worden. Auch ein Amerikaner kam nach französischen Angaben ums Leben, 23 Soldaten wurden verletzt.

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Acht französische Soldaten sind am Samstag in der Elfenbeinküste bei einem Luftangriff der Regierungstruppen getötet worden. Auch ein Amerikaner kam nach französischen Angaben ums Leben, 23 Soldaten wurden verletzt.

Die Regierung in Paris nannte den Angriff auf einen Stützpunkt ihrer Truppen, die einen Waffenstillstand zwischen Rebellen und Regierung überwachen sollen, einen schwerwiegenden Verstoß und entsandte drei Kampfjets in das westafrikanische Land. Ein Kabinettsmitglied der Elfenbeinküste, Sebastien Dano Djeje, sprach von einem Versehen.

Chirac ordnet Entsendung weiterer Kompanien an

Bei dem Angriff wurde nach französischen und UN-Angaben der Stützpunkt Brobo nahe der Rebellenhochburg Bouake getroffen. Diesen Ort hatten Regierungstruppen bereits am Donnerstag unter Beschuß genommen und damit den seit mehr als einem Jahr geltenden Waffenstillstand in der Elfenbeinküste gebrochen.

Die beiden Flugzeuge, aus denen die Bomben abgeworfen worden waren, wurden am Samstag auf einem Flughafen nahe der Hauptstadt Yamoussoukro laut Militärangaben von französischen Truppen zerstört. Er habe die Zerstörung angeordnet, erklärte Staatspräsident Jacques Chirac in Paris. Frankreich agiere damit im Rahmen seines UN-Mandats zur Überwachung des Waffenstillstands. Chirac ordnete auch die Entsendung zweier weiterer Kompanien in die Elfenbeinküste an. Derzeit sind in der ehemaligen französischen Kolonie rund 4.000 Franzosen und 6.000 UN-Soldaten stationiert.

Französische Truppen setzen Tränengas ein

Der UN-Sicherheitsrat kam zu Beratungen über die Lage in der Elfenbeinküste zusammen, wie das französische Außenministerium mitteilte. Außenminister Michel Barnier rief den Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, auf, seiner Verantwortung gerecht zu werden und die Ruhe wiederherzustellen.

In der Wirtschaftsmetropole Abidjan schossen französische Truppen in die Luft und setzten Tränengas gegen Regierungsanhänger ein, die ihren Stützpunkt stürmen wollten. Auch die Afrikanische Union (AU) schaltete sich in den Konflikt ein: Der nigerianische Staatschef Olusegun Obasanjo, amtierender Präsident der AU, traf sich am Samstag mit Politikern aus der Region. Beraten werden sollte, wie die Regierung der Elfenbeinküste gezwungen werden könne, die Luftangriffe einzustellen.

Obasanjo wollte sich nach Angaben eines Sprechers auch mit dem AU-Kommissionsvorsitzenden Alpha Oumar Konare treffen. Das Hauptquartier der Aufständischen in Bouake wurde inzwischen zerstört, in der Stadt brach die Wasser- und Stromversorgung zusammen. Kämpfe wurden auch aus der Umgebung der Stadt Raviar rund 30 Kilometer südlich von Bouake in der Pufferzone zwischen Rebellen- und Regierungstruppen gemeldet.

Seit September 2002, als ein Putschversuch die Elfenbeinküste in den Bürgerkrieg stürzte, ist das Land faktisch in den von der Regierung gehaltenen Süden und den von den Rebellen kontrollierten Norden geteilt. Unter Vermittlung der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich kam im vergangenen Jahr ein Friedensabkommen zu Stande, dessen Umsetzung jedoch immer wieder ins Stocken geriet.

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