http://www.faz.net/-gpf-75iwr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 05.01.2013, 08:08 Uhr

Einreiseverbot Serbiens Präsident darf nicht mehr ins Kosovo

Prishtina hat Serbiens Präsident verboten, an den Feiern um das serbisch-orthodoxe Weihnachtsfest im Land teilzunehmen. Tomislav Nikolic droht Brüssel im Gegenzug mit einer neuen Politik.

© AFP Im Kosovo nicht willkommen: Tomislav Nicolic

Das vor fünf Jahren von Serbien abgefallene Kosovo hat dem serbischen Staatspräsidenten Tomislav Nikolic die Einreise verboten. Nikolic dürfe nicht an den Feiern zum serbisch-orthodoxen Weihnachtsfest an diesem Montag im Kloster Gracanica vor den Toren Prishtinas teilnehmen, entschied die albanisch geführte Kosovo-Regierung nach Medienberichten. Die drittgrößte Partei im Kosovo-Parlament, Vetevendosje (Selbstverwaltung), kündigte für den Feiertag die Blockade des serbischen Klosters Decani im Westen Kosovos an.

„Ich lasse mich doch von Prishtina nicht herumkommandieren. Die werden nicht entscheiden, ob ich in unser Kosovo reisen kann!“, erklärte Nikolic am Samstag in der Belgrader Zeitung „Kurir“ empört. „Deswegen muss ich meinen Standpunkt gegenüber Brüssel ändern“, sagte er ohne weitere Angaben.

Mehr zum Thema

Der einst extreme Nationalist Nikolic ist in dem fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo verhasst, weil er einer der serbischen Drahtzieher im Bürgerkrieg vor eineinhalb Jahrzehnten war. Damals hatten serbische Soldaten und Paramilitärs rund 800 000 Albaner aus dem Kosovo vertrieben.

Die oppositionelle Vetevendosje-Partei wird am Montag, den die Serben auch im Kosovo nach dem alten julianischen Kalender als ersten Weihnachtstag begehen, die Zufahrt zum mittelalterlichen serbischen Kloster Decani sperren. Damit sollten Serben aus Serbien gehindert werden, dort an den Weihnachtsfeiern teilzunehmen, teilte die Partei am Samstag in Prishtina mit. Decani ist wie das Kloster Gracanica ein symbolträchtiges serbisches Kloster. Beide stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Quelle: DPA

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Geplante Demonstration Türkischer Sportminister spricht in Köln zu 30.000 Erdogan-Fans

Bei der Pro-Erdogan-Demonstration am Sonntag wird offenbar der türkische Sportminister zu den Anhängern von Präsident Erdogan sprechen. Die Kölner Polizei reagiert mit einem aufgestockten Polizeiaufgebot. Ein CDU-Politiker wird deutlich. Mehr

30.07.2016, 22:16 Uhr | Politik
Quer durch die Niederlande Der größte Fußmarsch der Welt

Jedes Jahr im Sommer treffen sich mitten in den Niederlanden Zehntausende, um am größten Fußmarsch der Welt teilzunehmen: den Nijmeegse Vierdaagse. Dabei müssen sie Tagesetappen von 30, 40 oder 50 Kilometern bewältigen. Mehr

29.07.2016, 02:00 Uhr | Gesellschaft
Pro-Erdogan-Demo 30.000 Erdogan-Anhänger in Köln erwartet

Am Sonntag wollen tausende Anhänger des türkischen Präsidenten Erdogan in Köln demonstrieren. Die Polizei befürchtet, dass die Massen aufgepeitscht werden könnten – und kündigt ein hartes Durchgreifen an. Mehr

29.07.2016, 20:07 Uhr | Politik
Wahl in Berlin Bürgermeister Müller will klare Kante gegen AfD zeigen

Der Regierende Bürgermeister und SPD-Spitzenkandidat Michael Müller präsentierte die Plakatkampagne seiner Partei. Im September wählen die Berliner ein neues Abgeordnetenhaus und damit auch den Regierenden Bürgermeister. Mehr

29.07.2016, 23:02 Uhr | Politik
Empörung über Erdogan Widerstand gegen türkische Gülen-Ermittlungsersuche

Die Forderung türkischer Regierungsvertreter nach einem Vorgehen gegen Gülen-Anhänger stößt auf Empörung bei deutschen Politikern. Und in Köln wächst die Sorge vor Krawallen bei der geplanten Demo von Erdogan-Anhängern. Mehr

29.07.2016, 13:04 Uhr | Politik

Söder persönlich

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Die Kanzlerin bekräftigt „Wir schaffen das“ und die CSU bleibt leise? Nein, denn jetzt hat sich Markus Söder zu Wort gemeldet. Fragt sich nur, was er denn von der Kanzlerin erwartet hatte. Mehr 62 48

Abonnieren Sie den Newsletter „Politik-Analysen“

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden