Home
http://www.faz.net/-gpf-75iwr
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Einreiseverbot Serbiens Präsident darf nicht mehr ins Kosovo

Prishtina hat Serbiens Präsident verboten, an den Feiern um das serbisch-orthodoxe Weihnachtsfest im Land teilzunehmen. Tomislav Nikolic droht Brüssel im Gegenzug mit einer neuen Politik.

© AFP Vergrößern Im Kosovo nicht willkommen: Tomislav Nicolic

Das vor fünf Jahren von Serbien abgefallene Kosovo hat dem serbischen Staatspräsidenten Tomislav Nikolic die Einreise verboten. Nikolic dürfe nicht an den Feiern zum serbisch-orthodoxen Weihnachtsfest an diesem Montag im Kloster Gracanica vor den Toren Prishtinas teilnehmen, entschied die albanisch geführte Kosovo-Regierung nach Medienberichten. Die drittgrößte Partei im Kosovo-Parlament, Vetevendosje (Selbstverwaltung), kündigte für den Feiertag die Blockade des serbischen Klosters Decani im Westen Kosovos an.

„Ich lasse mich doch von Prishtina nicht herumkommandieren. Die werden nicht entscheiden, ob ich in unser Kosovo reisen kann!“, erklärte Nikolic am Samstag in der Belgrader Zeitung „Kurir“ empört. „Deswegen muss ich meinen Standpunkt gegenüber Brüssel ändern“, sagte er ohne weitere Angaben.

Mehr zum Thema

Der einst extreme Nationalist Nikolic ist in dem fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo verhasst, weil er einer der serbischen Drahtzieher im Bürgerkrieg vor eineinhalb Jahrzehnten war. Damals hatten serbische Soldaten und Paramilitärs rund 800 000 Albaner aus dem Kosovo vertrieben.

Die oppositionelle Vetevendosje-Partei wird am Montag, den die Serben auch im Kosovo nach dem alten julianischen Kalender als ersten Weihnachtstag begehen, die Zufahrt zum mittelalterlichen serbischen Kloster Decani sperren. Damit sollten Serben aus Serbien gehindert werden, dort an den Weihnachtsfeiern teilzunehmen, teilte die Partei am Samstag in Prishtina mit. Decani ist wie das Kloster Gracanica ein symbolträchtiges serbisches Kloster. Beide stehen auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes.

Quelle: DPA

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Albaniens Ministerpräsident Großalbanien ist nicht unser Projekt

An diesem Mittwoch sollte Edi Rama als erster albanischer Regierungschef seit 68 Jahren Belgrad besuchen. Serbien hat den Termin verschoben. Im F.A.Z.-Interview spricht Rama über das abgebrochene Skandal-Länderspiel und die Ängste der Nachbarländer vor einem Großalbanien. Mehr

22.10.2014, 10:57 Uhr | Politik
Ausschreitungen in Mitrovica

Das Kosovo wird derzeit von den schwersten Ausschreitungen seit der Unabhängigkeit erschüttert. Bei Protesten von Albanern in der ethnisch getrennten Stadt Mitrovica sind mehrere Personen verletzt worden. Mehr

23.06.2014, 10:26 Uhr | Politik
EM-Qualifikationsskandal Serben, Albaner und Dänen sauer nach Uefa-Urteil

Mit einem salomonischen Urteil reagiert die Uefa auf das Skandalspiel in Belgrad. Serbien gewinnt 3:0, verliert aber die Punkte sofort wieder und muss zwei Geisterspiele austragen. Glücklich ist damit aber keiner. Selbst die Dänen beschweren sich. Mehr

24.10.2014, 11:39 Uhr | Sport
Ein Denkmal für Franz Ferdinands Mörder

In Sarajewo haben bosnische Serben dem serbischen Nationalisten Gavrilo Princip, dessen Attentat auf den österreichischen Thronfolger Auslöser für den Ersten Weltkrieg war, ein Denkmal gesetzt. Mehr

28.06.2014, 14:28 Uhr | Politik
Serbien gegen Albanien Urteil nach Skandalspiel verschoben

Serben und Albaner gaben sich nach dem abgebrochenen EM-Qualifikationsspiel gegenseitig die Schuld. Die Uefa wird ihr Urteil nun erst am Freitag fällen. Mehr

23.10.2014, 18:16 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 05.01.2013, 08:08 Uhr

Für einen guten Zweck

Von Reinhard Müller

Beim Streit um Pkw-Maut und Datenschutz gilt der alte Grundsatz: Es kommt darauf an - auf den festgelegten Zweck der Datenerhebung, aber auch auf die Schwere einer Straftat oder einer Gefahr. Mehr 1 2

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden