http://www.faz.net/-gpf-8nyx1

Handel : Edeka und Rewe einig über Tengelmann-Zukunft

  • Aktualisiert am

Die Frist zur Vorbereitung des Vertrages lief an diesem Freitag ab; nun scheint die Einigung geglückt. Bild: dpa

An diesem Freitag lief die Frist ab, bis zu der Edeka und Rewe einen unterschriftsreifen Vertrag zur Aufteilung der Supermärkte von Kaiser’s Tengelmann fertig haben mussten. Das haben sie geschafft.

          Rewe und Edeka haben in ihren Gesprächen über die Zukunft der Supermarktkette Kaiser's Tengelmann mit mehr als 15.000 Beschäftigten eine Einigung erzielt. Die beiden Unternehmen hätten ihre Verhandlungen über den Kaufvertrag für Kaiser's Tengelmann abgeschlossen, teilten Edeka und Rewe am Freitag mit. Die Dokumente sollen noch im Laufe des Tages dem Bundeswirtschaftsministerium vorgelegt werden.

          Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel muss dann prüfen, ob die Auflagen seiner  Ministererlaubnis erfüllt sind, die die Stellen bei Kaiser's Tengelmann sichern soll. Gabriel begrüßte am Freitag die Einigung zwischen Rewe und Edeka. „Damit ist der Weg frei für die finalen Schritte, die jetzt zügig erfolgen können“, sagte er. „Ich bin zuversichtlich, dass in der nächsten Woche die Ministererlaubnis vollzogen werden kann.“ Die 15.000 Beschäftigten müssten nach einer langen Zeit der Unsicherheit „jetzt nicht länger um ihren Arbeitsplatz bangen“. Sie könnten wieder mit Zuversicht in die Zukunft schauen. Allerdings muss auch das Bundeskartellamt noch zustimmen. Dort hat Rewe schon die Übernahme von 67 Kaiser's-Tengelmann-Filialen zur Prüfung angemeldet.

          Rewe und Edeka sind zudem einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zur Aufteilung von Kaiser's Tengelmann vorangekommen. Die Gewerkschaften hätten grünes Licht für eine Weitergabe von Kaiser's-Tengelmann-Märkten an Rewe gegeben, hieß es weiter. Damit  sei auch von Arbeitnehmerseite der Weg frei.

          Komplexes Vertragswerk

          Edeka und Rewe haben sich auf ein komplexes Vertragswerk verständigt, das die Zukunft von Kaiser's Tengelmann regelt und die Auflagen von Gabriels Ministererlaubnis sichert. Danach fällt Kaiser's Tengelmann zunächst an Edeka, die Hamburger reichen dann Filialen - vor allem in Berlin - an Rewe weiter. Die Kölner sollen im Gegenzug eine Beschwerde gegen die Ministererlaubnis vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf zurückziehen. Damit ist der Weg zur Sicherung der Arbeitsplätze frei.

          Tengelmann-Chef Karl Erivan Haub wollte Kaiser's Tengelmann eigentlich als Ganzes an den Branchenprimus Edeka veräußern. Vor mehr als zwei Jahren hatte er die Transaktion besiegelt, Konkurrent Rewe hatte das Nachsehen. Das Bundeskartellamt legte sein Veto gegen die Pläne ein, doch Wirtschaftsminister Gabriel überstimmte die Wettbewerbshüter mit seiner Sondererlaubnis. Das Oberlandesgericht Düsseldorf wiederum legte diese Ministererlaubnis nach einer Klage von Rewe auf Eis.

          Die Einigung zwischen Rewe und Edeka macht die Klage nun überflüssig. Besiegeln sie alle Seiten, ist die Klage vom Tisch.

          Quelle: Reuters

          Weitere Themen

          Mit harter Hand

          Macrons Abschiebekurs : Mit harter Hand

          Der brutale Mord an zwei jungen Frauen durch einen illegalen Einwanderer erschüttert Frankreich. Nun plant Präsident Macron konsequenter bei der Abschiebung krimineller Ausländer durchzugreifen. Doch die Umsetzung gestaltet sich schwerer als gedacht.

          Erdogan legt im Streit mit Amerika nach Video-Seite öffnen

          „Keine Demokratie“ : Erdogan legt im Streit mit Amerika nach

          Recep Tayyip Erdogan hat bei einer Rede in Istanbul gesagt, dass Amerika keine Demokratie sein könne. In den Vereinigten Staaten werden derweil Sicherheitskräfte Erdogans verklagt, weil sie bei einem Amerika-Besuch des türkischen Präsidenten gewalttätig gegenüber Demonstranten geworden sein sollen.

          Topmeldungen

          Telekom-Aktien verkaufen, um den Breitbandausbau zu finanzieren? Das fordern zumindest FDP und Grüne.

          Jamaika sucht Geldquellen : Verkauft der Bund die Telekom-Aktien?

          Um neue Ausgaben und Steuersenkungen zu finanzieren, suchen Politiker einer künftigen Jamaika-Koalition nach Geldquellen. Alleine mit Telekom- und Post-Anteilen ließen sich Milliarden generieren.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.