07.08.2007 · Präsident Rafael Correa will Ecuador kraft einer neuen Verfassung im sozialistischen Geist „neu gründen“. Der Katholik betont aber, dass er sich nicht als marxistischer, sondern als „christlicher Linker“ sieht. Sein Programm bleibt unklar.
Ecuador soll mit Hilfe einer neuen Verfassung in sozialistischem Geist „neu gegründet“ werden. Präsident Rafael Correa will vor allem dem Staat zu größerem Einfluss verhelfen. Wirtschaftsfachleute werfen dem Wirtschaftswissenschaftler Correa vor, er habe überhaupt kein Wirtschaftsprogramm.
Anders als der Venezolaner Chávez und der Bolivianer Morales, die sich auf einen mächtigen Parteiapparat oder Koalitionen stützen können, verachtet Correa die politischen Parteien seines Landes. Er nennt sie „authentische politische Mafiaclans“, die mit Privatpersonen oder Familien liiert seien. Den Kongress, in dem er folglich auch mit keiner politischen Gruppierung vertreten ist, hat er übertölpelt, damit dieser einem Referendum zur Einberufung einer verfassunggebenden Versammlung zustimmt. Correa bekennt sich als Linker. Der Katholik betont indes, dass damit nicht die marxistische, sondern eine „christliche“ Linke gemeint sei. Aber was er darunter versteht, hat er bislang noch nicht erklärt.