05.09.2005 · Gleich vier Mal betonte Angela Merkel, daß die vier Töchter von Paul Kirchhof es schaffen, Beruf und Familie zu vereinbaren. Der Finanzfachmann hat auch wirklich vier Kinder: Zwei Töchter und zwei (verheiratete) Söhne.
Im TV-Duell gegen Bundeskanzler Gerhard Schröder am Sonntag abend hatte Merkel mehrfach von vier Töchtern ihres Wunschkandidaten für den Finanzministerposten Kirchhof gesprochen. „Paul Kirchhof hat vier Töchter, ich habe mich mit ihm unterhalten“, sagte die CDU-Vorsitzende als es um Kirchhofs familienpolitische Vorstellungen ging.
„Alle vier Töchter sind berufstätig, alle vier Töchter haben Kinder. Alle vier Töchter machen die Vereinbarkeit von Beruf und Familie so, wie es sich Millionen von Frauen heute vorstellen.“
Merkel stellt Familienverhältnisse klar
Am Montag stellte Merkel dann die Familienverhältnisse des parteilosen Steuerrechtlers vor Journalisten nebenbei klar, ohne ihren Fehler vom Vorabend einzugestehen.
Auf eine neuerliche Frage nach dessen Familienbild antwortete sie: „Als ich mit Herrn Kirchhof darüber gesprochen habe, hat er mir von dem Leben seiner beiden Töchter und seiner Schwiegertöchter erzählt.“ Kirchhof ist Vater zweier Töchter und zweier Söhne.
Gegen Merkels Widerstand?
Die SPD warf Merkel zudem vor, sie habe zu Unrecht die Einführung des Anspruchs auf einen Kindergartenplatz für Kinder ab drei Jahren als ihren Erfolg als Ministerin für Frauen und Jugend in den neunziger Jahren ausgegeben. „Bei der Schlußabstimmung über das Schwangeren- und Familienhilfegesetz hat Frau Merkel ihre Stimme verweigert. Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz wurde von einer überparteilichen Mehrheit gegen den Widerstand der damaligen Jugendministerin Merkel durchsetzt“, sagte Familienministerin Renate Schmidt (SPD). „Frau Merkel will ihre beschämende Rolle kaschieren und schmückt sich heute mit fremden Federn.“
Schatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier sagte, das Gesetz sei zudem erst ab 1996 umgesetzt worden, als Merkel nicht mehr Frauenministerin war.
„Ich als Jugendministerin“
Merkel hatte laut Protokoll des Bundespresseamts im Fernsehduell gesagt: „Als der heutige Bundeskanzler noch Ministerpräsident war, hat er Familien- und Frauenpolitik als 'Gedöns' bezeichnet, Lehrer als 'faule Säcke'. Da habe ich als Jugendministerin den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz eingeführt.“
Schröder widersprach ihr und sagte, den Anspruch habe eine breite Mehrheit eingeführt, nicht sie. Merkel antwortete darauf: „Ich als Jugendministerin, eine meiner wirklichen Leistungen zwischen 1990 und 1994.“ (Siehe auch: Audio: „Dafür will ich kämpfen“)
1992 geregelt
Thomas Reisser (Tomminger)
- 05.09.2005, 22:14 Uhr