29.11.2008 · Was wäre, wenn der indische Blick nach Pakistan sich auf belastbares Material stützt? Dann kann man nur vermuten, dass die Avancen des pakistanischen Präsidenten Zardari gegenüber Delhi zunichtegemacht werden sollen.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerVieles von dem, was jetzt über Motive und Herkunft der Massenmörder von Bombay und ihrer Hintermänner gesagt wird, ist Kaffeesatzleserei. Erste Rekonstruktionsversuche des Tatverlaufs und Mutmaßungen angesichts der kalten "Professionalität" der Täter stützen allenfalls Vermutungen.
Was aber, wenn der indische Blick nach Pakistan nicht nur einem Reflex gehorcht, sondern sich auf belastbares Material stützt? Wenn tatsächlich "Elemente" in Pakistan hinter dem Angriff auf das Finanzzentrum Indiens steckten? Dann kann man nur vermuten, dass die Avancen des pakistanischen Präsidenten Zardari gegenüber Delhi zunichtegemacht werden sollen; dass der militante Islamismus, dessen Personal sein tödliches Handwerk beherrscht, sich ein größeres regionales Betätigungsfeld sucht - und eine entsprechende Gegenreaktion provozieren will.
Der indische Ministerpräsident hat in einer ersten Reaktion eine Sprache gewählt, die dunkel an Präsident Bush vor sieben Jahren erinnert. Schon aus eigenem Interesse sollte Pakistan jetzt umfassend mit Indien zusammenarbeiten.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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