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Djerba-Attentat Zeuge belastet Duisburger Islamisten

12.10.2002 ·  Der Duisburger, der nach dem Terroranschlag von Djerba festgenommen worden war, soll sich in einem Ausbildungslager der Al-Qaida in Afghanistan aufgehalten haben.

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Die Hinweise auf einen Zusammenhang zwischen dem Terroranschlag auf der tunesischen Insel Djerba und dem Terrornetz von Usama bin Ladin werden nach Erkenntnissen deutscher Ermittler deutlicher. Ein wichtiger Zeuge soll den Islamisten Christian G. schwer belastet haben, der kurz nach dem Anschlag im April im Ruhrgebiet festgenommen worden war.

Danach hat der 35 Jahre alte G. enge Kontakte zum Umfeld von Bin Ladin gepflegt. Unter anderem habe sich G. im Sommer 2000 in einem geheimen Ausbildungslager von Bin Ladins Terrorgruppe Al Qaida in Afghanistan aufgehalten, berichtet der "Focus". Wegen seiner guten Computerkenntnisse habe der gebürtige Pole G., der zum Islam konvertiert ist, eine besondere Stellung in dem Camp gehabt. Laut „Focus“ soll er Reden Bin Ladins für das Internet aufbereitet haben.

Christian G. berichtete Ermittlern ausführlich

Die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke-Katrin Scheuten, sagte am Samstag, Christian G. habe den Ermittlern umfassend von mehrmaligen Aufenthalten in Afghanistan und seinen Aktivitäten dort berichtet. Diese Angaben habe der wichtige Zeuge, ein Jordanier, weitgehend bestätigt. Einzelheiten nannte Scheuten nicht. Bei dem Anschlag vor der La-Ghriba-Synagoge von Djerba waren 21 Menschen getötet worden, darunter 14 deutsche Touristen.

Der Jordanier war im Frühjahr bei einer bundesweiten Razzia gegen die islamistische Terrorgruppe El Tawhid festgenommen worden und avancierte zu einem der wichtigsten Zeugen der Ermittler in Deutschland. Gegen ihn wird wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ermittelt. Scheuten hob am Samstag hervor, die Verhaftung des mutmaßlichen Terrorhelfers Abdelghani Mzoudi beruhe nicht allein auf der Aussage des Jordaniers. Erst weitere „objektivierende Anhaltspunkte“ hätten bei der Überprüfung der Zeugenaussage den Haftbefehl möglich gemacht.

Heidelberger Terrorpaar entlastet

Mzoudi soll die so genannte Hamburger Terrorzelle um den Todespiloten Mohammed Atta unterstützt haben. Ob er in die konkreten Anschlagspläne eingeweiht war, ist laut Bundesanwaltschaft noch nicht geklärt. Mzoudi hat nach einem Bericht des „Spiegel“ im April 2000 ein Visum für Pakistan erhalten und im November 2000 in Deutschland einen neuen Reisepass beantragt. Nach dem selben Muster hätten auch die Hamburger Attentäter des 11. September gehandelt, um verdächtige Einreisestempel loszuwerden. Zudem gebe es Videoaufnahmen von der Hochzeit des weltweit gesuchten mutmaßlichen Terrorhelfers Said Bahaji, auf denen Mzoudi gemeinsam mit dem Todespiloten Marwan Alshehhi radikale Gedichte und Dschihad-Lieder vortrage, berichtet der „Spiegel“.

Unterdessen scheint sich der Verdacht gegen das Anfang September in Heidelberg festgenommene mutmaßliche Terror-Paar immer mehr zu entkräften. Der „Spiegel“ berichtete am Samstag vorab, unter den bislang 100 vernommenen Personen gebe es erhebliche Zweifel an der Glaubwürdigkeit der einzigen Belastungszeugin Christi Allen E. aus den USA. Die Frau hatte den Ermittlern den entscheidenden Tipp gegeben, der wenige Tage vor dem Jahrestag des 11. September zu den spektakulären Verhaftungen des Türken Osman P. und seiner Freundin Astrid E. geführt hatte. Dem Paar wird zur Last gelegt, einen Anschlag in der Innenstadt von Heidelberg vorbereitet zu haben.

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