08.02.2008 · Mit seinem Rückzug von Unicef wendet Dietrich Garlichs weiteren Schaden ab. Sein größter Fehler war es, sich Heide Simonis zum Gegner zu machen. Die selbsternannte „Preußin“ hat mal wieder ganze Arbeit geleistet.
Von Jasper von AltenbockumEs gibt ein Simonis-Opfer, das die Unicef-„Affäre“ der vergangenen Wochen gut nachvollziehen kann: Justus Frantz, der Pianist, der das schleswig-holsteinische Musikfestival zu Weltruhm brachte. Auch ihm wurde die „Preußin“, wie sie sich nennt, zum Verhängnis, füllte er doch die Akten der von Frau Simonis geführten Landesregierung, wollte aber mit Aktenfressern nichts zu tun haben.
Ein Künstler eben, ein männlicher dazu. Er musste gehen. Frau Simonis gibt sich in Talkshows und Tanzveranstaltungen solchen Originalen gerne zugeneigt; hat sie es hinter verschlossenen Türen mit ihnen zu tun, versteht sie aber keinen Spaß mehr.
Mit seinem Rückzug wendet Garlichs weiteren Schaden ab
Da geht es um Macht. So ist es nun auch Dietrich Garlichs ergangen, der gewiss seine Fehler gemacht hat, dessen größter Fehler jedoch war, sich Frau Simonis zum Gegner zu machen (Siehe: Unicef-Geschäftsführer Garlichs gibt auf). Der anonyme Brief, der die Affäre in Gang setzte, war zwar nicht gerade ein preußischer Schachzug, brachte aber Unicef so in Verruf, dass Garlichs den Machtkampf verlieren musste. Mit seinem Rückzug wendet er nun weiteren Schaden ab. Die Preußin hat mal wieder ganze Arbeit geleistet.