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Die Zwischenlösung Geldpumpen

 ·  Den Kampf gegen die internationale Finanzkrise führen die Notenbanken durch Zinssenkungen, vor allem aber schon seit Tagen und Wochen dadurch, dass sie „Liquidität in den Markt pumpen“. Was verbirgt sich dahinter?

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Den Kampf gegen die Finanzkrise führen die Notenbanken durch Zinssenkungen, vor allem aber schon seit Tagen und Wochen dadurch, dass sie „Liquidität in den Markt pumpen“. Was verbirgt sich dahinter? Die Notenbanken versorgen die Banken auf diesem Weg mit Geld. Damit reagieren sie auf ein zentrales Phänomen der Krise: Die Banken trauen sich untereinander nicht mehr. Deshalb leihen sie sich gegenseitig kein Geld mehr - oder nur noch gegen sehr hohe Zinsen.

Für ihr Geschäft aber müssen die Banken sich immer wieder Geld ausborgen, sich „refinanzieren“. Deshalb springt die Notenbank ein und leiht den Banken befristet hohe Milliardenbeträge. Das Geld dafür muss sie allerdings nicht drucken. Vielmehr handelt es sich um sogenanntes Buchgeld, also Geld, das physisch nicht existiert, sondern nur als Zahlen im Computer.

Das „Pumpen“ geschieht nur elektronisch

Jede Bank im Euro-Raum etwa muss bei der Europäischen Zentralbank ein Konto unterhalten. In Notsituationen bietet die Zentralbank den Banken über diese Konten befristet zusätzliche Kredite an, für die sie in der Regel Wertpapiere hinterlegen müssen. Das „Pumpen“ geschieht somit nur elektronisch: Die Notenbank schreibt den Konten der Geschäftsbanken zusätzliche Beträge gut, während im Gegenzug Wertpapiere der Notenbank als Pfand gutgeschrieben werden. Das macht die Notenbank immer nur befristet.

Sobald die akute Notlage vorbei ist, verlängert die Notenbank diese Kreditgeschäfte nicht mehr. Damit zieht sie das Geld, das sie ausgegeben hat, wieder ein. Mit diesem Instrument kann die Notenbank vorübergehend das Krisensymptom bekämpfen, dass die Banken sich kein Geld leihen. Die Ursache dahinter, das mangelnde Vertrauen der Banken untereinander, lässt sich damit aber zumindest kurzfristig nicht ändern. Die Notenbank kann nur hoffen, dass mit dem Fluten der Märkte auf Dauer auch ein Grundvertrauen zurückkehrt, dass das Bankensystem sich stabilisiert.

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Jahrgang 1969, Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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