http://www.faz.net/-gpf-77ils
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 08.03.2013, 17:39 Uhr

Vatikan Konklave zur Papstwahl beginnt am Dienstag

Die Wahl des neuen Papstes beginnt am nächsten Dienstag. Das haben die in Rom versammelten Kardinäle entschieden. In dem Konklave bestimmen 115 Papstwähler einen Nachfolger für den zurückgetretenen Benedikt XVI..

© dpa Letzte Vorbereitungen in der Sixtinischen Kapelle in Rom

Das Konklave zur Papstwahl beginnt am kommenden Dienstag. Dies haben die im katholischen Kirchenstaat versammelten Kardinälen entschieden, wie der Vatikan am Freitag  offiziell mitteilte. 115 Kardinäle sollen an dem Konklave teilnehmen, bei dem der Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. gewählt wird.

Der Heilige Stuhl ist seit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. Ende Februar nicht mehr besetzt. Der 85 Jahre alte Papst aus Deutschland war aus Altersgründen aus dem Amt geschieden. Er ist nach Coelestin V. im Jahr 1294 in der Kirchengeschichte der zweite Papst, der lebend abtrat.

Mehr zum Thema

Inzwischen sind alle 115 wahlberechtigten Kardinäle im Vatikan eingetroffen. Als letzter war am Mittwoch der vietnamesische Kardinal Jean-Baptiste Pham Minh Man in Rom angekommen. Die Kirchenfürsten stimmen während des Konklaves in der Sixtinischen Kapelle hinter verschlossenen Türen ab. Gewählt ist, wer zwei Drittel der Stimmen erhält. Es wird solange abgestimmt, bis die Mehrheit steht, was Wochen, Tage oder Monate dauern kann. Vor dem Konklave haben die Kardinäle allerdings deutlich gemacht, dass sie eine schnelle Entscheidung anstreben, damit das neue Oberhaupt zum höchsten Feiertag der katholischen Kirche, Ostern, im Amt sein kann. Papst Benedikt war 2005 nach nur vier Wahlgängen gewählt, sein Vorgänger Johannes Paul II. nach acht Wahlgängen.

Kardinäle bereiten Papstwahl vor

Kardinäle aus aller Welt die Papst-Wahl vor. Sie trafen sich täglich zweimal in der Synodenaula zu sogenannten Generalkongregationen, in denen sie über die Probleme der Kirche und die Erwartungen an das neue Oberhaupt berieten. Obwohl die Beratungen vertraulich sind und  von deren Inhalten nichts nach außen dringen soll, berichtete die italienische Presse täglich ausführlich darüber. Demnach stand vor allem Kritik am Apparat des Vatikans im Mittelpunkt, der durch die sogenannte Vatileaks-Affäre über die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente erschüttert worden war.

Cardinal congregation in the Vatican 115 Kardinäle, hier der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, sollen über den neuen Papst entscheiden © dpa Bilderstrecke 

Klare Favoriten für die Nachfolge von Benedikt gibt es nicht. Im Konklave haben die Europäer eine Mehrheit. Die Kardinäle geben auch nie offen bekannt, wen sie bevorzugen. Als Bewerber gelten Peter Turkson aus Ghana, der Brasilianer Odilo Scherer, der Kanadier Marc Ouellet, der Italiener Angelo Scola und der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn.

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Kardinal Lehmann Mainzer Bischof: Starrköpfe an verschiedenen Stellen

Nach 33 Jahren an der Spitze des Bistums Mainz verabschiedet sich Kardinal Lehmann als Bischof - denn bald wird er 80. In seiner Kirche sieht er viele Baustellen. Mehr

04.05.2016, 15:59 Uhr | Rhein-Main
Video Papst Franziskus besucht Flüchtlinge auf Lesbos

Papst Franziskus ist zu einem Besuch auf der griechischen Insel Lesbos eingetroffen. Dort will sich das Oberhaupt der katholischen Kirche mit Flüchtlingen untern anderem aus Syrien und Irak treffen, die in griechischen Auffanglagern quartiert sind. Der Papst plädierte für mehr Solidarität gegenüber den Flüchtlingen. Mehr

17.04.2016, 19:16 Uhr | Politik
Botschaft von Papst Franziskus Glück kann man nicht herunterladen

Neue Apps oder schicke Mode machen nur kurzfristig glücklich, sagt der Papst. Bei einer Messe im Vatikan warnt Franziskus junge Menschen vor Materialismus – und empfiehlt ein emotionales Update. Mehr

24.04.2016, 18:53 Uhr | Gesellschaft
Video Papst nimmt Flüchtlinge im Vatikan auf

Nach seinem Besuch in einem Flüchtlingslager auf der griechischen Insel Lesbos hat Papst Franziskus zwölf syrische Flüchtlinge mit in den Vatikan genommen. Es handelt sich um drei Familien muslimischen Glaubens, die im Vatikan untergebracht werden sollen. Bei seinem Besuch auf Lesbos hatte der Papst die internationale Gemeinschaft aufgerufen, mit Menschlichkeit auf die Flüchtlingskrise zu reagieren. Mehr

17.04.2016, 13:38 Uhr | Politik
Katholische Kirche Milliarden-Deckungslücke wächst weiter

Die katholischen Bischöfe beraten an diesem Montag über die Sanierung der kirchlichen Rentenkasse. Der Druck ist groß, denn der Fehlbetrag in der Bilanz der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse wird immer größer. Mehr Von Daniel Deckers

24.04.2016, 17:30 Uhr | Politik