Home
http://www.faz.net/-gpf-77ils
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Vatikan Konklave zur Papstwahl beginnt am Dienstag

Die Wahl des neuen Papstes beginnt am nächsten Dienstag. Das haben die in Rom versammelten Kardinäle entschieden. In dem Konklave bestimmen 115 Papstwähler einen Nachfolger für den zurückgetretenen Benedikt XVI..

© dpa Letzte Vorbereitungen in der Sixtinischen Kapelle in Rom

Das Konklave zur Papstwahl beginnt am kommenden Dienstag. Dies haben die im katholischen Kirchenstaat versammelten Kardinälen entschieden, wie der Vatikan am Freitag  offiziell mitteilte. 115 Kardinäle sollen an dem Konklave teilnehmen, bei dem der Nachfolger des zurückgetretenen Papstes Benedikt XVI. gewählt wird.

Der Heilige Stuhl ist seit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. Ende Februar nicht mehr besetzt. Der 85 Jahre alte Papst aus Deutschland war aus Altersgründen aus dem Amt geschieden. Er ist nach Coelestin V. im Jahr 1294 in der Kirchengeschichte der zweite Papst, der lebend abtrat.

Mehr zum Thema

Inzwischen sind alle 115 wahlberechtigten Kardinäle im Vatikan eingetroffen. Als letzter war am Mittwoch der vietnamesische Kardinal Jean-Baptiste Pham Minh Man in Rom angekommen. Die Kirchenfürsten stimmen während des Konklaves in der Sixtinischen Kapelle hinter verschlossenen Türen ab. Gewählt ist, wer zwei Drittel der Stimmen erhält. Es wird solange abgestimmt, bis die Mehrheit steht, was Wochen, Tage oder Monate dauern kann. Vor dem Konklave haben die Kardinäle allerdings deutlich gemacht, dass sie eine schnelle Entscheidung anstreben, damit das neue Oberhaupt zum höchsten Feiertag der katholischen Kirche, Ostern, im Amt sein kann. Papst Benedikt war 2005 nach nur vier Wahlgängen gewählt, sein Vorgänger Johannes Paul II. nach acht Wahlgängen.

Kardinäle bereiten Papstwahl vor

Kardinäle aus aller Welt die Papst-Wahl vor. Sie trafen sich täglich zweimal in der Synodenaula zu sogenannten Generalkongregationen, in denen sie über die Probleme der Kirche und die Erwartungen an das neue Oberhaupt berieten. Obwohl die Beratungen vertraulich sind und  von deren Inhalten nichts nach außen dringen soll, berichtete die italienische Presse täglich ausführlich darüber. Demnach stand vor allem Kritik am Apparat des Vatikans im Mittelpunkt, der durch die sogenannte Vatileaks-Affäre über die Veröffentlichung vertraulicher Dokumente erschüttert worden war.

Cardinal congregation in the Vatican 115 Kardinäle, hier der Wiener Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn, sollen über den neuen Papst entscheiden © dpa Bilderstrecke 

Klare Favoriten für die Nachfolge von Benedikt gibt es nicht. Im Konklave haben die Europäer eine Mehrheit. Die Kardinäle geben auch nie offen bekannt, wen sie bevorzugen. Als Bewerber gelten Peter Turkson aus Ghana, der Brasilianer Odilo Scherer, der Kanadier Marc Ouellet, der Italiener Angelo Scola und der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn.

Quelle: FAZ.NET

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Schadenersatz Vatikan ist jetzt bei Tebartz-van Elst am Zug

Das Bistum Limburg dringt gegenüber Tebartz-van Elst auf Schadenersatz. Noch hat der Vatikan nicht beschlossen, ob das Verfahren eröffnet wird. Bislang konnte sich der ehemalige Bischof auf seine Unterstützer in Rom verlassen. Mehr Von Daniel Deckers

23.07.2015, 15:13 Uhr | Politik
Vatikan Papst Franziskus befeuert die Umwelt-Debatte

Die Enzyklika Laudato si, über die Sorge für das gemeinsame Haus sorgt für Kontroversen. Das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Franziskus, hat erstmals eine Enzyklika in Sachen Umweltschutz herausgebracht. Darin ruft der Papst die Menschen in reichen Ländern dazu auf, ihren Lebensstil zu überdenken. Mehr

18.06.2015, 17:27 Uhr | Politik
Katholische Kirche Bischof verurteilt Gender-Mainstreaming scharf

Der Fuldaer Bischof Algermissen hat in harschen Worten die Gleichmacherei der Geschlechtsunterschiede kritisiert. Diese Ideologie widerspreche den katholischen Werten von Ehe und Familie. Mehr

31.07.2015, 15:52 Uhr | Politik
Bolivien-Besuch Papst bittet Amerikas Ureinwohner um Vergebung

Seinen Besuch in Bolivien nutzt Papst Franziskus für eine historische Geste der Entschuldigung: Bei den Ureinwohnern bittet er um Vergebung für Verbrechen der katholischen Kirche in der Kolonialzeit. Mehr

10.07.2015, 17:55 Uhr | Aktuell
Handel mit Grabsteinen Eine Gruft zu vermieten

Der Erzbischof von Newark witterte ein gutes Geschäft. Seine Diözese verpachtete Grabsteine und Mausoleen. Dann funkte der Gouverneur von New Jersey dazwischen. Jetzt gibt es einen Rechtsstreit, der sich gewaschen hat. Mehr Von Winand von Petersdorff, Washington

24.07.2015, 07:20 Uhr | Wirtschaft

Veröffentlicht: 08.03.2013, 17:39 Uhr