Home
http://www.faz.net/-hpx-77qdk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER

Papst Franziskus 150.000 Menschen kommen zum ersten Angelus-Gebet

Vor einer gewaltigen Menschenmenge auf dem Petersplatz in Rom hat Papst Franziskus am Sonntag sein erstes Angelus-Gebet gesprochen. Am kommenden Samstag will er seinen Vorgänger Benedikt XVI. besuchen.

© REUTERS Vergrößern Papst Franziskus am Fenster seiner künftigen Privatgemächer

Vor etwa 150.000 Menschen auf dem Petersplatz hat Papst Franziskus sein erstes Angelus-Gebet gesprochen. Vom Fenster seiner künftigen Gemächer im Apostolischen Palast dankte er am Sonntag den Gläubigen für ihren warmherzigen Empfang und bat sie, für ihn zu beten. Bei seiner ersten Pressebegegnung seit seiner Wahl zum Papst hatte sich Franziskus am Samstag für „eine arme Kirche für die Armen“ ausgesprochen.

„Betet für mich“, bat der Papst die Gläubigen auf dem Petersplatz, wie er es bereits kurz nach seiner Wahl am Mittwochabend getan hatte. Er hob hervor, Gott werde „nie müde, uns zu verzeihen“. Nach dem Angelus-Gebet nimmt der Papst üblicherweise Stellung zu internationalen Angelegenheiten. Franziskus, dessen Eltern aus Italien nach Argentinien ausgewandert waren, hob aber lieber seine italienischen Wurzeln hervor. Seinen Auftritte beendete er mit den Worten „Schönen Sonntag und guten Appetit“.

Auf dem Platz waren dutzende Flaggen von Franziskus’ Heimatland Argentinien zu sehen. Ein Transparent mit der Aufschrift „Franziskus, Du bist der Frühling der Kirche“ machte die weit verbreitete Hoffnung deutlich, dass der bislang bescheiden und eher unkonventionell auftretende Papst die katholische Kirche nach zahlreichen Skandalen in bessere Zeiten führt. „Er scheint näher an den Menschen zu sein“, sagte der 33 Jahre alte argentinische Pilger Gabriel Solis.

Papst Franziskus © REUTERS Vergrößern Segnung der 150.000: Papst Franziskus während des Angelus-Gebets

Vor dem Angelus-Gebet hatte der Papst den direkten Kontakt mit den Gläubigen gesucht. Er ging auf eine Menge zu, die hinter Absperrungen auf ihn wartete, und schüttelte Hände, während die Schweizer Garde und andere Sicherheitsbeamte nervös dabeistanden. Die Menge feierte das neue Oberhaupt der weltweit 1,2 Milliarden Katholiken mit „Es lebe der Papst“-Rufen.

Am kommenden Samstag will Franziskus seinen zurückgetretenen Vorgänger Benedikt XVI. in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo besuchen. Für Montag ist ein Treffen mit Argentiniens Staatschefin Cristina Kirchner geplant, die am Dienstag wie viele andere Staats- und Regierungschefs an der Messe zur Amtseinführung des Papstes teilnimmt. Auch Amerikas Vizepräsident Joe Biden sagte sein Kommen zu.

In der Debatte über seine Rolle während der argentinischen Militärdiktatur erhielt Franziskus, der bisher Erzbischof von Buenos Aires war, Rückendeckung. Einer der damals mit dem Dossier zum Verschwinden zweier Jesuitenpater beauftragten Ermittler sagte der argentinischen Zeitung „La Nación“, es sei „vollkommen falsch“ zu behaupten, der heutige Papst Jorge Mario Bergoglio habe die beiden Geistlichen „ausgeliefert“.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Der Stille im Vatikan Ein Besuch bei Vater Benedikt

Er trägt noch immer das weiße Papstgewand. Aber die roten Schuhe hat er gegen braune Sandalen über weißen Strümpfen getauscht. Mehr Von Jörg Bremer, Vatikanstadt

07.12.2014, 11:02 Uhr | Politik
78. Geburtstag Tausende Gläubige tanzen Tango für den Papst

Tausende Gläubige auf dem Petersplatz singen Ständchen und tanzen für Papst Franziskus. Er feierte seinen 78. Geburtstag. Mehr

17.12.2014, 16:25 Uhr | Gesellschaft
Kuba und Amerika Franziskus hocherfreut über historische Entscheidung

Mit Briefen und Telefonaten hat Papst Franziskus entscheidend an der Annäherung zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten mitgewirkt. Die diplomatische Operation des Argentiniers im Vatikan war vom Erfolg gekrönt. Er hatte gute Berater. Mehr Von Jörg Bremer, Rom

18.12.2014, 13:43 Uhr | Politik
Papst-Verwandte sterben bei Autounfall

Drei Verwandte von Papst Franziskus sind in Argentinien bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Das Kirchenoberhaupt zeigte sich in einer Stellungnahme tief traurig über den Tod der Frau seines Neffens Emanuel Horacio Bergoglio und seiner zwei Kinder. Mehr

19.08.2014, 23:39 Uhr | Aktuell
Karlikatur Lagerfeld sieht schon die Ökumene voraus

Ein Freund der Kirche ist Karl Lagerfeld sicher nicht. Zum Fest der Liebe aber kommen sich bei ihm auch Papst Franziskus und die Protestantin Angela Merkel, gewandet als Weihnachtsfrau, näher. Doch etwas stört die traute Zweisamkeit. Mehr Von Alfons Kaiser

13.12.2014, 15:06 Uhr | Gesellschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 17.03.2013, 14:18 Uhr