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Widerstand gegen Hitler : Stauffenbergs Vorläufer

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Lange vor dem 20. Juli 1944 gab es Attentatsversuche, besonders nach der Kriegswende von Stalingrad. Wichtige Staatsstreichvorbereitungen fielen in das Jahr 1943. Unter dem Dach von Heeresamt und Ersatzheer bildete sich im Bendlerblock die Berliner Zentrale für den Umsturz heraus, während die Feldmarschälle trotz der vielen Verbrechen und trotz der erwarteten Niederlage Hitler die Treue hielten. Eine Chronologie.

          Am 24. Januar 1943 ergreifen Hitlers Kriegsgegner das Wort. In Casablanca fordern der amerikanische Präsident Roosevelt und der britische Premierminister Churchill, auch im Namen des in Moskau unabkömmlichen Diktators Stalin, die „bedingungslose Kapitulation“ der „Achsenmächte“ Deutschland, Italien und Japan. Eine Woche später - am 31. Januar für den südlichen, am 2. Februar für den nördlichen Kessel - ist die Schlacht um Stalingrad beendet. Mehr als 130 000 Soldaten der Wehrmacht gehen in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

          In einem Bericht des Landratsamts Berchtesgaden heißt es in diesen Tagen, die meisten Menschen lassen „die Köpfe hängen und geben den Krieg bereits verloren“. Um einem solchen Stimmungstief entgegenzuwirken, verkündet Reichspropagandaminister Joseph Goebbels am 18. Februar im Berliner Sportpalast unter großem bestellten Beifall den „totalen Krieg“. Etwa zur selben Zeit werden in München die Geschwister Scholl bei einer Flugblattaktion in der Universität verhaftet, anschließend auch andere Mitglieder der Gruppe „Weiße Rose“. Fast alle werden in einem Schnellverfahren zum Tode verurteilt und umgehend hingerichtet.

          Am 19. Februar 1943 sagt Generalmajor Hans-Georg Krebs, Generalstabschef der Heeresgruppe Süd unter Generalfeldmarschall Erich von Manstein, im Gespräch mit Hauptmann Hermann Kaiser, dass doch „alle auf einem Ozeandampfer“ säßen. Und der Reserveoffizier Kaiser, von Beruf Studienrat, erwidert: „Enthebt uns nicht der Pflicht, das Steuerruder zu ergreifen, wenn erkannt wird, dass falsch gesteuert wird. Brüllaffen und Verbrecher müssen über Bord.“ Am nächsten Tag äußert sich Kaiser, der beim Stab des Ersatzheeres im Berliner Bendlerblock als Kriegstagebuchführer eingesetzt ist, in seinem privaten Tagebuch skeptisch über die Anti-Hitler-Fronde: Generaloberst Friedrich Fromm, der Befehlshaber des Ersatzheeres, werde „nur etwas tun, wenn alles sicher oder vollzogen. Befehl. Der eine will handeln, wenn er Befehle erhält. Der andere befehlen, wenn gehandelt ist.“ Dieses Grundproblem bildet eine Konstante aller Umsturzplanungen und Attentatsversuche - vor allem, wenn höchste Militärs zum Mitmachen bewegt werden sollen.

          Treibende Kraft der Hitler-Gegner ist Oberst Henning von Tresckow, der seit den Novemberpogromen 1938 seine Illusionen über das Regime verloren hat und bei diversen Front- und Stabsverwendungen Verbindungen zu oppositionellen Offizieren und Zivilisten knüpft. Er hat schon Mitte November 1942 in Smolensk, als Leiter der Führungsabteilung der Heeresgruppe Mitte, zu Alexander Stahlberg gesagt, der Generalstab des Heeres verdiene diesen Namen nicht mehr: Hitler wünsche sich als Generalstabsoffizier einen „Bluthund, der gierig an der Leine zerrt, um, losgelassen, sich auf den Feind zu stürzen und ihn zu zerfleischen“; der „Führer“, seit Februar 1938 an der Spitze der gesamten Wehrmacht und seit Dezember 1941 zusätzlich Oberbefehlshaber des Heeres, bevorzuge „subalterne Erfüllungsgehilfen“, die „im Dienste eines Kapitalverbrechers“ stehen. Stahlberg ist Ordonnanzoffizier bei Manstein. Und den besucht Oberstleutnant Claus Schenk Graf von Stauffenberg am 26. Januar 1943. „Herr Feldmarschall, ich bin nicht imstande, mich ohne weiteres mit Stalingrad abzufinden. Das Opfer von Hunderttausenden deutscher Soldaten steht in keinem Verhältnis zu Sinn und Nutzen dieser Schlacht.“ So gibt Stahlberg später eine Äußerung Stauffenbergs von der Begegnung wieder, in der es auch um die Spitzengliederung der Wehrmacht geht. Dieses Problem will Manstein Hitler gegenüber ansprechen, jedoch ist er nicht bereit, „sich in irgendeiner Form, direkt oder indirekt, an ungesetzlichen Aktivitäten zu beteiligen“. Stauffenberg wird wenig später zum „Afrikakorps“ versetzt.

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