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Entscheidung in Oslo : Wer gewinnt den Friedensnobelpreis 2018?

  • Aktualisiert am

Begehrte Medaille: Am Freitag wird der Friedensnobelpreis verliehen. Bild: dpa

Sie verteilen Essen, kämpfen gegen sexuelle Gewalt oder retten Flüchtlinge: Die Liste der Kandidaten für den Friedensnobelpreis ist lang. Wer macht das Rennen? FAZ.NET präsentiert die aussichtsreichsten Kandidaten.

          Es sind viele Namen: Insgesamt gingen laut Nobelkomitee in Oslo für dieses Jahr 331 Nominierungen ein, 216 für Persönlichkeiten und 115 für Organisationen. Das ist die bislang zweithöchste Zahl von Vorschlägen – nach dem Rekord von 376 im Jahr 2016.

          Der Leiter des Osloer Friedensforschungsinstituts Prio hat wie jedes Jahr eine Favoritenliste erstellt. Dabei sieht Henrik Urdal das Welternährungsprogramm auf dem ersten Platz: „Hunger ist wieder einmal eine der großen humanitären Herausforderungen unserer Zeit.“

          Auch Staatsoberhäupter nominiert

          Den kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die Jesidin Nadia Murad sieht er ebenfalls als Top-Anwärter auf die renommierte Auszeichnung. Mukwege operiert in seiner Heimat vergewaltigte Frauen, die jetzt 25 Jahre alte Murad war von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Irak als Sexsklavin verschleppt worden. Beide seien führende Persönlichkeiten, wenn es darum gehe, die Aufmerksamkeit auf sexuelle Gewalt in Konflikten zu lenken.

          Auch die amerikanische Bürgerrechtlerin Tarana Burke ist als Mitinitiatorin der #MeeToo-Kampagne für den Prio-Chef preiswürdig. Die zivile Seenotrettung im Mittelmeer spielt für Urdal in diesem Jahr auch eine Rolle: Er sieht die Organisationen SOS Méditerranée, „Ärzte ohne Grenzen“ und das International Rescue Committee als mögliche Preisträger.

          An der Spitze der Favoritenliste von Prio, dem Osloer Friedensforschungsinstitut: das Welternährungsprogramm und sein Geschäftsführer David Beasley Bilderstrecke

          Mehrere Online-Wettbüros benennen andere Anwärter. So tauchen dort die Namen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in und des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un auf. Ihr Aufeinandertreffen in diesem Jahr weckte Hoffnungen auf einen Friedensvertrag und nukleare Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel. Hoch gehandelt wird auch der amerikanische Präsident Donald Trump aufgrund seiner Zusammenkunft mit Kim in Singapur.

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          Zuletzt hieß es jedoch in Medienberichten, dass Trump zumindest für dieses Jahr nicht mehr auf der Liste des Nobelkomitees stehe: Er soll von einer nicht dazu befugten Person vorgeschlagen worden sein, die unter falschem Namen ein Vorschlagsrecht vorgaukelte. Auch gelten das UN-Flüchtlingshilfswerk, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der inhaftierte saudische Blogger Raif Badawi, Papst Franziskus, die kritische russische Zeitung „Nowaja Gaseta“ sowie die amerikanische Bürgerrechtsorganisation ACLU als mögliche Kandidaten.

          Der Friedensnobelpreis wurde von dem schwedischen Chemiker und Industriellen Alfred Nobel (1833-1896) gestiftet. Der Erfinder des Dynamits widmete die Ehrung Verdiensten um Völkerverständigung, Abrüstung und Frieden. Der Preis ist mit neun Millionen Kronen (derzeit etwa 870.000 Euro) dotiert. In der Geschichte der seit 1901 verliehenen Auszeichnung war eine Reihe von Preisträgern von Anfang an umstritten: In den vergangenen Jahren galt das insbesondere für den amerikanischen Präsidenten Barack Obama 2009 und die EU 2012.

          Traditionell wird der Preis am 10. Dezember in Oslo überreicht, dem Todestag Nobels. 2017 ging er an das Anti-Atomwaffen-Bündnis Ican.

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