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Veröffentlicht: 27.09.2006, 18:16 Uhr

Dialog mit Muslimen Islamkonferenz will gemeinsam „Idomeneo“ besuchen

Innenminister Schäuble spricht nach der ersten Sitzung der deutschen Islamkonferenz von einer „intensiven Diskussion in tolerantem Ton, aber mit unterschiedlichen Positionen.“ Alle Teilnehmer würden eine Wiederaufnahme der Mozart-Oper „Idomeneo“ in Berlin begrüßen.

© AP Schäuble und Beckstein treffen Muslime

Innenminister Schäuble (CDU) hat die erste Sitzung der Deutschen Islamkonferenz (DIK) als „einen wirklich guten Auftakt“ bezeichnet. Es habe eine „intensive, offene Diskussion“ gegeben. „Ich kann nicht sagen, daß sie immer nur harmonisch war“, sagte Schäuble. „Wir haben in einem toleranten Ton durchaus unterschiedliche Meinungen vertreten.“

Man sei sich aber am Ende „völlig einig gewesen, daß wir das Projekt mit möglichst viel Leben füllen wollen“. Alle Teilnehmer hätten ohne Vorbehalt das Grundgesetz anerkannt als das Fundament auch unterschiedlicher Lebensvorstellungen.

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„Offener Dialog“

Der Islam sei „ein Teil unseres Landes, ein Teil Europas“, sagte Schäuble. Einig sei man sich, daß in Zeiten des Terrorismus jedem Ansatz eines Generalverdachts begegnet werden müsse. Dafür hätten alle Teilnehmer der Konferenz eine gemeinsame Verantwortung. Es gehe um „einen offenen Dialog“, auch unter den Muslimen in Deutschland.

© Reuters Video: Die Islamkonferenz ist eröffnet

Schäuble teilte mit, die Teilnehmer der Konferenz hätten sich auch über die Absetzung der „Idomeneo“-Inszenierung gesprochen. Die Vorstellung, daß man jetzt alle Mozart-Opern oder andere Opern überprüfen solle, halte er für falsch. Freiheitsrechte müßten auch verteidigt werden, sagte der Minister. Die Islamkonferenz sei sich bei der Bewertung dieses Vorgangs einig gewesen und wolle auch ein Zeichen setzten. Die dreißig Teilnehmer der Konferenz wollten gemeinsam diese Mozart-Oper besuchen, sollte sie wieder auf den Spielplan genommen werden. (Siehe auch: Abgesetzte Oper: Jetzt wollen alle „Indomeneo“ sehen)

Körting verteidigt Harms

Berlins Innensenator Körting (SPD) verteidigte derweil die Einschätzung des Berliner Landeskriminalamtes, nach der eine Gefährdung der Inszenierung durch islamistische Extremisten besteht. Schäuble sagte, zwei Tage dieser Debatte seien genug. Körting zeigte sich verärgert über die Situation, in die die Leiterin der Deutschen Oper, Harms, gebracht worden sei. Sie habe in einer schwierigen Abwägung eine schwierige Entscheidung zu treffen gehabt. (Siehe auch: Opern-Absetzung: Kritik an Berlins Innensenator)

Körting erinnerte daran, daß sich ein großer Teil der deutschen und europäischen Presse im Streit um die dänischen Mohammed-Karikaturen entschlossen hätte, diese nicht abzudrucken.

Nicht nur Pflichten, auch Rechte

Der Dialogbeauftragte der türkisch-islamischen Union der Anstalten für Religion (Ditib), Bekir Alboga, würdigte die Islamkonferenz als wichtigen Schritt. Er sei „heute ein glücklicher Mensch, einerseits wegen das Fastenmonats Ramadan, anderseits wegen der Konferenz“. Es habe eine Atmosphäre des freiheitlich-demokratischen Dialogs geherrscht. Alboga hob die Gegnerschaft der Muslime in Deutschland gegen den Terrorismus hervor, die seit dem 11. September 2001 vielfach bekundet worden sei.

Ziel des Dialogs sei aus seiner Sicht auch die Anerkennung der muslimischen Religionsgemeinschaften als Körperschaften öffentlichen Rechts. Man sei nicht nur bereit, die Pflichten zu erfüllen, sondern wolle auch die Rechte in Anspruch nehmen. Badr Mohammed, Generalsekretär des Europäischen Integrationszentrums Berlin, sprach nach der Konferenz von einem „historischen Durchbruch bei der kulturellen Öffnung“ der deutschen Gesellschaft für den Islam.

„Vielversprechender Anfang“

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