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Deutschlands Krisen Katapult gesucht

 ·  Eine Vielzahl politischer Probleme sorgt derzeit dafür, dass auf den deutschen Weihnachtsmärkten keine ausgelassene Stimmung herrscht. Nach der Terrorwarnung hat es keine Entwarnung gegeben, die Schwarzmalerei über die Krise des Euro hört nicht auf, und auch in Stuttgart gärt es weiter.

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Es liegt etwas in der Luft. Ein Gemisch aus vielerlei, mal starken, mal kaum wahrnehmbaren, mal angenehmen, mal widrigen Düften erschwert das von Sorgen freie Durchatmen. Auf den Weihnachtsmärkten ist die Stimmung gut, aber nicht ausgelassen. Gibt es nach der Terrorwarnung, die der Innenminister vor Wochen mit wohlgesetzten Worten ausgesprochen hat, auch einmal Entwarnung – oder entspricht die dazu erforderliche Übersichtlichkeit der Sicherheitslage nicht mehr unserer Lebenswirklichkeit?

Und hören die Schwarzmalerei über die Unzuverlässigkeit oder gar den Zusammenbruch des Euro und die Prophezeiungen über die Rückkehr der D-Mark gleichfalls nimmer mehr auf? Das Aachener Karlspreisdirektorium setzt zur rechten Zeit mit der Auszeichnung des Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Trichet, das Signal für den Zusammenhalt der Währungsunion. Oder glaubt jemand, dass eine mit der Mark wiederkehrende autonome Bundesbank in der Welt mehr Gewicht hätte als die EZB?

Im innerdeutschen Mikroklima gibt es weitere Emissionen, die der Filterung bedürfen. Geißlers Schlichtung hat den unterirdischen Durchgangsbahnhof offenbar für die Mehrheit der Baden-Württemberger akzeptabler gemacht. Doch nun rücken die Grünen vom Konsens der Demokraten ab, der die Voraussetzung für die Sinnhaftigkeit des Schlichtungaufwandes gewesen war.

Hinter diesem steckte die Hoffnung der CDU, nach akzeptierter Schlichtung die Grünen in die Landeskoalition holen zu können, falls es mit der FDP nicht mehr reichen sollte. Nun aber macht das Oberhaupt der Grünen, Kretschmann, der Linkspartei den Hof. Offenbar hofft er, eine rot-rot-grüne Koalition werde ihn auf den Stuhl des Ministerpräsidenten katapultieren, wohin er mit der CDU nie käme. Der Höhenflug der Grünen lässt es als nötig erachten, rechtzeitig darüber nachzudenken, wer (im Doppel?) ihr Kanzlerkandidat sein wird: Künast, Özdemir, Roth oder Trittin?

Käme es in Stuttgart zu Rot-rot-grün, würde dies in Berlin Frau Merkels schwarz-gelbe Präferenz stärken und ihr „Hirngespinst“-Urteil bestätigen. Doch ob ihr das auch Sicherheit gäbe? Frau von der Leyen jedenfalls war jüngst frohgemut, als sie von Frau Künast als Kanzlerbewerberin auf Kosten des schwarz-grün gepolten Röttgen apostrophiert wurde. Das war Frau von der Leyen jedoch schon einmal, als es um einen anderen Posten ging.

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