26.04.2012 · Berlin und Tokio verbindet eine lange, gemeinsame Geschichte. Ihre Werte und Interessen ähneln sich. Aber es fehlt an einer politisch institutionalisierten Verbindung.
Von Klaus-Dieter FrankenbergerRichtlinien für Lesermeinungen
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@A. Rheinhardt: Der japanisch-deutschen Freundschaft steht nichts im Wege
Sicher hat Japan 1914 die Situation ausgenutzt - als Deutschland sich in
Europa gegen England, Frankreich und Russland gleichzeitig zur Wehr
setzen musste - und die dann schutzlosen deutschen Kolonien Karolinen,
Palau, Marianen und Marschall-Inseln besetzt. Aber das sollte man nicht
überbewerten, es war schliesslich nicht Japan, welches 1919 den
Ungleichen Vertrag von Versailles aufgesetzt hat. Und heute befinden
sich die ehemaligen deutschen Südseekolonien auch schon lange nicht
mehr im Besitz Japans, sondern der USA, bzw. in deren Abhängigkeit.
Die Perle der deutschen Kolonien, Samoa, hatte sich übrigens
England über seine damalige Kolonie Neuseeland geschnappt –
bis zu Samoas Unabhängigkeit 1962.
Der japanisch-deutschen Freundschaft steht somit nichts im Wege.
Ihrem letzten Satz stimme ich jedoch zu: EU, Euro und Transferunion sind
Klötze am Bein der deutschen Volkswirtschaft, hoffen wir, dass wir
sie bald abschütteln können.
Sehr geehrter Herr Frankenberger,
........wirtschaftliche Erfolgsgeschichte;(nur im Westen Deutschlands?)
Sie sollten bei aller Kompetenz in Sachen Außenpolitik nicht das
Recherchieren vernachlässigen.
Sehen sie sich bitte dazu z.B. die Jahreszahlen zur Staatsverschuldung
beider Deutscher Staaten, auch im letzten Jahr ihrer getrennten Existenz
an. Sie sollten dazu auf die Angaben der Deutschen Bank
zurückgreifen oder haben sie das etwa längst getan?
Mit freundlichen Grüßen!
Deutschland und Japan: Die Deutschland plötzlich von außen auferlegte “Führungsrolle”
... besteht ledigl. darin, dass es sich an führender Stelle
ausplündern lassen soll – und lässt!
Japan ist ebenso wie D ein US-Vasall, aber nicht wie dieses in ein
ganzes Netz von zusätzlichen Abhängigkeiten eingebunden.
Dass Japan eine Plattform wie die EU fehlt, die, wie sich herausstellt,
den o.g. Zweck lediglich organisatorisch umsetzt, von wertlosen
Target-2-Konten bis hin zu unbeschränkten und unwiderruflichen
Rettungsfonds, ist sein Glück.
Von einem 2. dt. Wirtschaftswunder zu reden ist ein Witz angesichts der
Tatsache, dass D von seinen Überschüssen buchstäblich
nichts behalten darf: Währungsreserven Japans über 1.000 Mrd.
USD, Deutschlands, bei höheren(!) Überschüssen, nur ca. 200.
Der Niedergang des Westens betrifft zwar auch D und J, ermöglicht
ihnen andererseits, Souveränität zurückgewinnen.
Japan könnte z.B. eine Allianz mit Russland ingehen, sobald dieses
die Kurilen zurückgibt.
Richtig ist: D und J haben gemeinsame Interessen und sollten sie
gemeinsam organisieren.
"vielleicht sogar eingedenk der hundertfünfzigjährigen Freundschaft in einer gemeinsamen Anstrengung": Es gab keine 150 Jahre Freundschaft: Deutschland und Japan kämpften im 1. Weltkrieg auf verschiedenen Seiten. Und die wirtschaftliche Situation Deutschlands ist höchst fragil: Wenn die Transferunion kommt (und zur Zeit sieht es danach aus), gehen hier die Lichter aus, in Japan hingegen nicht.
Klaus-Dieter Frankenberger Jahrgang 1955, verantwortlicher Redakteur für Außenpolitik.
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