04.08.2009 · Kann es sein, dass die heutige SPD den belasteten Begriff „Deutschland-Plan“ aus Versehen gewählt hat, weil sie gar nichts mehr davon weiß, dass er der Mottenkiste ihrer eigenen Geschichte entstammt?
Von Stefan DietrichVor fünfzig Jahren hatte die SPD schon einmal einen Deutschland-Plan. Er stammte von Herbert Wehner, dessen „Godesberg“ kam später – und sah die Entmilitarisierung Mitteleuropas vor. Anschließend sollten die Bundesrepublik und die DDR unter der gemeinsamen Kontrolle der Vereinigten Staaten und der Sowjetunion schrittweise vereint werden.
So brisant ist Steinmeiers Plan nicht. Der zielt lediglich darauf ab, das Heer der Arbeitslosen in Deutschland aufzulösen. Ein Grund, den fünfzigsten Jahrestag von Wehners absonderlicher Idee mit der Wiederbelebung ihres Namens zu feiern, ist dennoch nicht zu erkennen. Denn Wehner nahm schon nach einem Jahr wieder Abstand von seinem Deutschlandplan, der ihm nur Schimpf und Spott eingetragen hatte.
Kann es sein, dass die heutige SPD diesen belasteten Begriff aus Versehen gewählt hat, weil sie gar nichts mehr davon weiß, dass er der Mottenkiste ihrer eigenen Geschichte entstammt? Oder soll es etwa sozialdemokratische Tradition werden, dass große Entwürfe mit kurzem Verfallsdatum künftig immer Deutschlandplan genannt werden?
Wer hat Deutschland reformiert (seit 1998)?
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Deutschlandplan
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