28.01.2009 · Dass die kollektive Überprüfung von 173.000 Bahn-Mitarbeitern trotz wohl vieler Mitwisser über Jahre nicht öffentlich wurde, deutet auf eine Entscheidung von höchster Stelle hin. Dass sie aber jetzt durchsickerte, könnte ebenfalls höchster politischer Planung entsprechen. Hat Mehdorn seine Schuldigkeit getan?
Von Georg Paul HeftyDas Maß an Verdächtigung der Bahnmitarbeiter, die der nun bekanntgewordenen Aktion zugrunde lag, übertrifft jegliche staatliche Rasterfahndung. Nicht zu bestimmten Taten wurden die Täter gesucht, sondern viele Anhaltspunkte für die Taten ergaben sich erst aus der kollektiven Überprüfung von 173.000 Mitarbeitern, darunter von Abertausenden, die nichts mit Geschäftsvorgängen zu tun hatten. Ein solches Vorgehen in diesem Ausmaß nimmt nicht einmal ein größenwahnsinniger Sicherheitsbeauftragter auf die eigene Kappe - weder im Staat noch erst recht in einem Unternehmen.
Die Aktion fand in den Jahren 2002 und 2003 statt. Das war der Zeitpunkt, zu dem sich der von Bundeskanzler Schröder berufene Bahnvorstandsvorsitzende Mehdorn schon so sicher im Sattel wähnen konnte, dass er gemeint haben könnte, „mir kann keiner was“. Dass die Affäre trotz wohl vieler Mitwisser über Jahre nicht öffentlich wurde, deutet gleichfalls auf höchste Entscheidung hin. Dass sie aber jetzt durchsickerte, könnte ebenfalls höchster politischer Planung entsprechen. Hat Mehdorn seine Schuldigkeit getan?
Überprüfungen von Mitarbeitern bei der Bahn
Hans-Jürgen Junge (Junge61C)
- 29.01.2009, 10:35 Uhr
Georg Paul Hefty Jahrgang 1947, in der politischen Redaktion verantwortlich für „Zeitgeschehen“.
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