07.07.2009 · Der Rücktritt des rheinland-pfälzischen Finanzministers Ingo Deubel entzaubert auch Kurt Beck. Der Erlebnispark am Nürburgring ist nicht das einzige teure Prestigeprojekt, dem der Ministerpräsident in seiner landesväterlichen Güte die Unterstützung nicht versagen mochte.
Von Stefan DietrichDer Rücktritt des rheinland-pfälzischen Finanzministers Ingo Deubel folgt aus dem Eingeständnis, dass die Bürger des Landes den Erlebnispark für Motorsportbegeisterte am Nürburgring nun selbst bezahlen müssen.
Es ist nicht das einzige teure Prestigeprojekt, dem Ministerpräsident Beck in seiner landesväterlichen Güte die Unterstützung nicht versagen mochte. Aber auch für Beck selbst ist die Entlassung Deubels ein herber Verlust. Immerhin ragte sein Finanzminister aus der Riege der Länderkollegen, nicht nur der sozialdemokratischen, deutlich heraus, weil er sowohl über wissenschaftliche Qualifikationen als auch über langjährige kommunalpolitische Erfahrung verfügt.
Deubel ist zum Verhängnis geworden, was er aus dem Effeff konnte: öffentliche Investitionsmittel mit Hilfe privater Teilhaber und komplexer Finanzierungsmodelle zu vervielfachen. Die Finanzkrise hat diesen einst hoch gelobten und allenthalben kopierten Kunststücken die Grundlage entzogen. Entzaubert ist nun auch Kurt Beck, der seine Beliebtheit nicht zuletzt dem allzu tüchtigen Ingolf Deubel verdankt.