10.11.2009 · Der Versailler Vertrag beendete den Kriegszustand zwischen dem Deutschen Reich und den Siegermächten des Ersten Weltkriegs. Die Kampfhandlungen waren mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne am 11. November 1918 eingestellt worden.
Der Versailler Vertrag beendete den Kriegszustand zwischen dem Deutschen Reich und den Siegermächten des Ersten Weltkriegs. Die Kampfhandlungen waren mit der Unterzeichnung des Waffenstillstands von Compiègne am 11. November 1918 eingestellt worden. Seit Anfang 1919 fanden Geheimverhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten, Frankreich, Großbritannien und Italien statt. Das Ergebnis wurde der deutschen Delegation am 7. Mai 1919 mitgeteilt. Laut Vertrag verlor Deutschland im Westen Elsass-Lothringen, im Osten vor allem die Provinzen Posen, den größten Teil Westpreußens sowie Oberschlesien. Volksabstimmungen sollte es geben in Eupen-Malmedy, Nordschleswig und Masuren, nach 15 Jahren auch im Saargebiet, das bis dahin wirtschaftlich zu Frankreich gehörte. Ostpreußen war vom übrigen Deutschen Reich abgetrennt, Danzig dem Völkerbund unterstellt.
Das Rheinland wurde in drei Zonen aufgeteilt und erhielt zunächst eine alliierte Besatzung, sollte aber auch später entmilitarisierte Pufferzone bleiben. 90 Prozent der Handelsflotte und ein Viertel der Fischfangflotte waren auszuliefern, gewaltige Reparationsleistungen zu erbringen. Insgesamt verlor Deutschland 13 Prozent seines Gebiets und zehn Prozent seiner Bevölkerung (Stand: 1910). Dem Deutschen Reich wurden knapp 15 Prozent des kultivierten Ackerlandes, 75 Prozent der förderträchtigen Eisenerz-, 68 Prozent der Zink- und 26 Prozent der Steinkohlenlager entzogen. Wenig bedeutsam war der Verlust der Kolonien; demgegenüber wogen politisch schwer das Verbot eines Zusammenschlusses mit Österreich und die Entwaffnung: Berufsheer mit 100 000 Mann, Marine mit 15 000 Mann, Auflösung des Generalstabs, Verbot von Panzern, Flugzeugen und schweren Kriegsschiffen.
Die Härte des Vertrags entrüstete alle Parteien und die Öffentlichkeit. Denn viele Deutsche glaubten damals noch, aus dem Krieg "militärisch unbesiegt" hervorgegangen zu sein. Am 16. Juni forderten die Alliierten ultimativ die Annahme des Vertrags. Nachdem die Nationalversammlung sich in einem Vorbehalt unter anderem dagegen verwahrt hatte, "dass das deutsche Volk der Urheber des Krieges sei", stimmten SPD, Zentrum und USPD der Unterzeichnung zu; Deutsche Demokratische Partei, Deutsche Volkspartei und Deutschnationale Volkspartei lehnten ab. Den Vorbehalt wiesen die Alliierten zurück, als die deutsche Delegation am 28. Juni im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles, wo 1871 das deutsche Kaiserreich proklamiert worden war, ihre Unterschrift unter den Vertrag setzen musste, der sich als schwere Hypothek für die Entwicklung der ersten deutschen Demokratie erwies.