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Weltkriegsgedenken : Hollande und Cameron erinnern an die Toten

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Soldaten der damals beteiligten Nationen legten Gedenkkränze am Soldatenfriedhof Thiepval nieder. Bild: dpa

Die Schlacht an der Somme ging als die blutigste im Ersten Weltkrieg in die Geschichte ein. Das Gedenken eint nun auch über politische Grenzen hinweg.

          Rund eine Woche nach dem Brexit-Votum haben Frankreich und Großbritannien gemeinsam an die Schlacht an der Somme vor hundert Jahren erinnert. Frankreichs Staatschef François Hollande und der britische Premierminister David Cameron gedachten am Freitag zusammen in der Gedenkstätte im nordfranzösischen Thiepval der Opfer der blutigsten Schlacht des Ersten Weltkriegs.

          An der Zeremonie nahmen auch der britische Thronfolger Charles, Prinz William und seine Ehefrau Kate sowie Prinz Harry teil. Deutschland wurde vom früheren Bundespräsidenten Horst Köhler vertreten. Insgesamt waren rund 10.000 Menschen zu der Zeremonie in Thiepval eingeladen.

          Am „Opferkreuz“ in Thiepval wurde mit der Nachstellung von Schlachtszenen der Toten gedacht. Bilderstrecke
          Am „Opferkreuz“ in Thiepval wurde mit der Nachstellung von Schlachtszenen der Toten gedacht. :

          Die Schlacht in der Region des Flusses Somme zwischen britischen und französischen Truppen auf der einen Seite und den Soldaten des deutschen Kaiserreichs auf der anderen Seite hatte am 1. Juli 1916 begonnen. Bei der viereinhalb Monate langen Schlacht wurden rund 1,2 Millionen Soldaten getötet, verletzt oder vermisst gemeldet – rund 500.000 auf der Seite Großbritanniens und des Commonwealth, 500.000 deutsche und 200.000 französische Soldaten.

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          Erster Weltkrieg : Der Blutsommer an der Somme Bild: AFP

          Schon im Vorfeld der Zeremonie hatte Hollande eine Botschaft veröffentlicht, die auch als Hinweis auf das Brexit-Votum gedeutet werden kann. Der Sozialist erinnert darin an die „Kraft der Verbindungen“ zwischen Frankreich und Großbritannien und die Rolle Europas bei der Bewahrung des Friedens auf dem Kontinent: „Es ist die europäische Idee, die erlaubt hat, die Spaltungen und Rivalitäten zwischen Staaten zu überwinden, und die uns Frieden seit 70 Jahren gebracht hat.“

          Die Briten hatten am 23. Juni mit knapper Mehrheit für einen Austritt ihres Landes aus der EU gestimmt. Das Votum hat Großbritannien und die EU in eine schwere Krise gestürzt. Ursprünglich sollte Hollande nicht an der Weltkriegs-Zeremonie am Freitag teilnehmen; seine Teilnahme wurde erst nach dem Brexit-Votum beschlossen.

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