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Frankfurter Zeitung 9.12.1917 : Warum Amerika auch Österreich-Ungarn den Krieg erklärt

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Am 2. April 1917 erklärt Präsident Wilson Deutschland den Krieg. Etwas mehr als ein halbes Jahr später dann auch Österreich-Ungarn. Bild: Picture-Alliance

Mit dem Deutschen Reich stehen die Vereinigten Staaten schon sechs Monate im Krieg, da erklärt Washington auch Wien zum Feind. Ein Senator fordert weitere Kriegserklärungen.

          T Haag, 8. Dezbr. (Priv.-Tel.) Reuter meldet aus Washington ausführlich die Beschlüsse, mit denen im Senat und Repräsentantenhaus die Kriegserklärung an Oesterreich-Ungarn begründet wurde.

          Der Vorsitzende des Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten des Repräsentantenhauses Floot sagte in der Begründung, daß Oesterreich-Ungarn ebenfalls am verschärften Tauchbootkriege teilgenommen habe, daß es sich die Ermordung amerikanischer Bürger habe zuschulden kommen lassen, und dies genau so als Kriegshandlung zu betrachten sei, wie wenn ein österreichisch-ungarisches Heer an der amerikanischen Küste gelandet wäre. Der Vorsitzende des Senatsausschusses für auswärtige Angelegenheiten formulierte die Resolution noch, daß ein weiterer Grund für die Kriegserklärung darin liege, daß amerikanische Truppen jederzeit den Oesterreichern gegenüberstehen könnten. Während der Debatte hielt Senator Lodge eine Rede, in der er die türkische und bulgarische Regierung angriff. Er wünschte, daß auch der Krieg an die Türkei und Bulgarien erklärt werde. „Die Türken,“ so sagte Lodge, „sind eine Geißel für Europa und das Christentum, eine Peßt und ein Fluch. Die Türkei ist die Mutter zahlloser Morde und unerhörter Schlächtereien. Niemals sind schlimmere Missetaten ausgeführt worden als durch die Türken, seitdem sie unter dem Einfluß der Deutschen stehen.“ 

          Die nächste Ausgabe des historischen E-Papers erscheint am 11. Dezember 2017.

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