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Frankfurter Zeitung 19.02.1918 : Goldene Hochzeit beim bayerischen Königspaar

  • Aktualisiert am

Kronprinz Rupprecht (l) im Jahr 1887 mit Vater Kronprinz Ludwig III. und Mutter Marie Therese. Ludwig sollte später der letzte bayrische König werden. Bild: Picture-Alliance

König Ludwig III., König von Bayern und seine Gemahlin Marie Therese feiern 1918 ihre Goldene Hochzeit. Beim Volk bedanken sie sich mit Geldspenden.

          München, 18. Febr. (Priv.-Tel.) In einer Ansprache bei der Landeshuldigungsfeier, die heute in der Residenz stattfand, teilte der König mit, daß von der Landesspende im Betrage von fünf Millionen Mark eine Stiftung zur Fürsorge für Säuglinge, Kleinkinder und kinderreiche Familien errichtet werden soll.

          Ein weiterer Betrag von drei Millionen Mark solle den Inhabern der goldenen und silbernen Militärverdienstmedaille einen Ehrensold sichern. Zur Erinnerung an die Hochzeitsfeier errichtete das Königspaar noch aus seinem eigenen Vermögen mit einem Kapital von 500 000 Mark eine Stiftung, würdigen und bedürftigen Landeskindern, vorzugsweise Kriegsteilnehmern, den Eintritt in den Ehestand und die Begründung eines Hausstandes zu erleichtern. Getreu den Ueberlieferungen seines Hauses das die Pflege und Förderung der Kunst stets zu seinen schönsten Vorrechten gezählt habe, hab er aber auch den Wunsch, den künstlerischen Schaffen Münchens in besonderer Weise seine Fürsorge zuzuwenden. Er habe sich daher entschlossen, als Grundstock zur Errichtung eines vornehmen Ausstellungsgebäudes für Kunst und Kunstgewerbe auf dem Gelände des alten Botanischen Gartens in der Elisenstraße den Betrag von  1 200 000 Mark aus den Stiftungsmitteln zu überweisen. Der König schloß mit dem Wunsche, daß nach den schweren Heimsuchungen der Kriegsjahre bald die goldenen Segnungen eines gesicherten Friedens erblühen.

          Die nächste Ausgabe des historischen E-Papers erscheint am 22. Februar 2018.

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